„Glück kann man lernen“, sagt Sven Bauer, Glückscoach in Schnelsen Foto: cc

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Macht die Corona-Krise glücklich?

Teil 12 der Serie: Denk an Dich, bleib gesund!

Ausgabe Niendorf, Schnelsen| Views: 116

SCHNELSEN Es gibt Menschen, die haben immer Glück. Und andere scheinbar weniger. Mit welchen Maßnahmen im Prinzip jeder Mensch glücklich werden kann, weiß Glückscoach Sven Bauer aus Schnelsen. Auf Seminaren, bei Vorträgen und Einzelcoachings bringt er anderen bei, wie sie glücklich werden können, ganz ohne Esoterik oder Hokuspokus, sondern basierend auf wissenschaftlichen Fakten. Und das auch in schwierigen Zeiten.

Niendorfer Wochenblatt: Macht die Corona-Krise glücklich?
Sven Bauer: Nein, natürlich nicht. Aber bei allen Einschränkungen, die uns allen derzeit abverlangt werden, hilft sie uns zumindest mal zu überlegen, was uns denn besonders wichtig ist oder uns ganz besonders fehlt und was wir mehr wertschätzen sollten. Zum Beispiel bekommen wir jetzt mal sehr deutlich vor Augen geführt, wie wichtig uns soziale Kontakte sind. Wie schön es ist, unsere Freunde mal ordentlich in den Arm zu nehmen und zu knuddeln. Oder wie schön es trotz Homeoffice und Homeschooling ist, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen. Bei allen negativen Auswirkungen kann man also auch positive Seiten sehen.

NW: Welche Tipps haben Sie für Leute, die gerade nicht so glücklich sind?
Bauer: Diesen Menschen möchte ich empfehlen, ihr „Unglück“ ins richtige Verhältnis zu setzen. Ist es gerade wirklich so schlimm, wenn wir unsere Freunde und Familie nicht wie gewohnt sehen können? Und auch die beruflichen Auswirkungen, wie Kurzarbeit oder drohender Jobverlust sind natürlich nichts, was glücklich macht. Aber fast alle von uns haben immer noch ein warmes und sicheres Zuhause. Wir haben genug zu essen und zu trinken. Viele von uns haben im Moment doch eher damit zu kämpfen, dass wir zu viel trinken und nicht zu wenig. Wir sollten uns also auch in Krisenzeiten wie diesen vor Augen führen, dass wir alles in allem ziemlich glücklich und dankbar sein können und sollten.

NW: Gibt es ein paar Dinge, die Sie anderen Menschen empfehlen – ganz generell?
Bauer: Glücklich sein kann man üben und lernen. Es gibt einige Strategien, die man wie Zähneputzen in seinen Tagesablauf integrieren kann. Einige führen ein Dankbarkeitstagebuch. Ich mache es mir da etwas einfacher und überlege mir jeden Abend vor dem Schlafengehen, wofür ich dankbar sein kann. Das sind meist so kleine Dinge. Ein toller Spaziergang bei schönem Wetter. Ein besonders leckeres Essen oder ein Glas Wein mit meiner Frau. Das hat dann auch zur Folge, dass ich in der Zeit dieser Gedanken keinen Platz mehr für Trübsinn habe.

NW: Was empfehlen Sie Leuten, die sowieso schon eher glücklich sind? – Wie kann man „abfärben“ – oder passiert das von ganz allein?
Bauer: Wie heißt es so schön: Glück verdoppelt sich, wenn man es weitergibt. Da kann man ganz viel machen. Sei es mit dem Verteilen von Komplimenten, die wirklich Wunder wirken, probieren Sie es mal aus. Oder mit ehrenamtlichem Engagement, bei dem man häufig viel mehr herausbekommt, als man eigentlich erwartet. Oder in dem man einfach nett und freundlich zu seiner Umwelt ist, ohne gleich eine Gegenleistung zu erwarten. Und dann färbt das ganz schnell ab.

NW: Zufrieden versus glücklich? Wo ist der Unterschied?
Bauer: Zufriedenheit ist ein elementarer Baustein zum Glücklichsein, aber eben nicht der einzige. Wenn ich mit mir und meiner Vergangenheit zufrieden bin, schaffe ich es auch viel leichter, positiv mit der Gegenwart und der Zukunft umzugehen. Wer näheres Interesse am Thema „Glücklich werden“ hat, kann mir gern über meine Website www.glueckscoach-sven.de eine Mail schreiben. cc

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