In der Grelckstraße heißt es weiterhin: freie Fahrt Foto: mf

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Verkehrsversuche lassen auf sich warten

Planungsbüros haben keine Kapazitäten für eine Testphase in der Grelckstraße

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LOKSTEDT Auf Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen sollen im Zuge der zukünftigen Gestaltung der Grelckstraße Verkehrsversuche mit teilweiser Sperrung der Straße durchgeführt werden. Der Beginn der Testphase muss nun erneut verschoben werden. Nachdem der ursprünglich angedachte Termin im November vergangenen Jahres nicht umgesetzt werden konnte, wird es auch in diesem Frühjahr noch nichts.

Gescheitert sind die Versuche vorerst, da auf die Ausschreibung des Bezirksamtes für die Durchführung kein einziges Angebot einging. Rund 190.000 Euro hat das Bezirksamt für die Kosten veranschlagt. Michael Freitag, der Regionalbeauftragte des Bezirksamtes, zeigt sich enttäuscht: „Für uns bedeutet ein weiteres Vergabeverfahren einen hohen Mehraufwand, der definitiv nicht in unserem Interesse ist. Für die Weiterentwicklung der Grelckstraße finden wir es sehr bedauerlich, dass nun ein weiterer Zeitverzug die Folge ist“, erklärt er. Im Vergabeverfahren seien alle für das Leistungsspektrum geeigneten und in Hamburg tätigen Planungsbüros zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden. Rücksprachen hätten dann ergeben, dass diese die Herausforderung durchaus reizvoll gefunden, jedoch derzeit keine Kapazitäten zur Verfügung hätten. Nun solle schnellstmöglich erneut ausgeschrieben und dabei der Anfahrtsradius erweitert werden.
Bei der Zukunftswerkstatt Lokstedt ist die Enttäuschung ebenfalls groß: „Dass wir zehn Monate nach dem Beschluss der Bezirksversammlung, die Grelckstraße zu beleben, immer noch am Anfang stehen, strapaziert unsere Geduld. Wir wünschen uns für die Zukunft eine klare Perspektive mit Fristen, die dann auch eingehalten werden“, erklärt Aktivist Uwe Reimer. Sein Mitstreiter Christoph Müller ergänzt: „Wir wünschen uns jetzt kurzfristig von Politik und Verwaltung ein klares Bekenntnis zur Verkehrsberuhigung in der Grelckstraße. Nicht lang schnacken – anpacken und die Grelckstraße an den Wochenenden für die Durchfahrt von Kraftfahrzeugen sperren. Die Grelckstraße würde endlich zum Teil der viel beschworenen Mobilitätswende.“
Positiv bleibt Sebastian Dorsch von den Grünen: „Für Pionierprojekte wie die Verkehrsversuche in der Grelckstraße brauchen Planungsbüros mehr Zeit. Nach Meinung der Grünen ist dies eine gut investierte Zeit, um für Lokstedt nachhaltig ein verkehrsberuhigtes Zentrum für Menschen zu gestalten.“ Ernst Christian Schütt (SPD) hält die Planung der je fünfmonatigen Verkehrsversuche für gescheitert: „Das bietet die Möglichkeit, einmal innezuhalten und zu überlegen, was wir in der Grelckstraße erreichen wollen: nämlich eine Neuaufteilung des Straßenraums. Wir halten es für sinnvoll, schon jetzt über eine Einbahnstraßenregelung nachzudenken.“ Am 26. April informiert das Bezirksamt im Regionalausschuss über die erneute Ausschreibung und die Folgen. mf

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