Der brachliegende Hockeyplatz soll zu einer belebten Bürgerwiese werden
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Hockeyfeld oder Bürgerwiese für alle

Zukunft Döhrnstraße wird kontrovers diskutiert

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LOKSTEDT. Den neuen Umkleideräumen, die in der Döhrntwiete entstehen, soll nach dem Willen der Zukunftswerkstatt Lokstedt (ZWL) nun auch eine Sportfläche für alle folgen.

Die Initiative fordert, den ehemaligen Hockeyplatz nicht nur dem Vereinssport vorzubehalten, sondern hier eine Bürgerwiese zu schaffen. Ein Nutzungskonzept soll gemeinsam entwickelt werden. Mit dem Neubau der Einfeldhalle an der Schule Döhrnstraße werden auch Umkleiden für den Breitensport entstehen (das Wochenblatt berichtete). Diese werden auch deshalb gebraucht, weil der ehemalige, 8600 Quadratmeter große Hockeyplatz auf einem Naturrasenfeld an der Döhrntwiete zwischen Max-Tau-Straße und TV Lokstedt (TVL) revitalisiert und dem Vereinssport zur Verfügung gestellt werden soll. Die Zukunftswerkstatt befürchtet, dass hier ein weiterer Kunstrasen entsteht, der den Boden versiegeln würde.

Auch mit der ausschließlichen Nutzung für den Vereinssport sind die Aktivist/-innen nicht einverstanden. „In Zeiten von massiver Verdichtung der Wohngebiete und Homeoffice benötigen Bürger/-innen mehr denn je Grün-Freiflächen für individuelle Freizeitgestaltung wie Familientreffen, Federball, Picknick, Boccia, Fitness, Sonnenbaden oder Studieren. Wir plädieren für Flächengerechtigkeit mit Aufteilung der Fläche für Vereine und für die Öffentlichkeit“, erklärt Christoph Müller von der ZWL. So könne mit den umliegenden Vereinen, einer neuen Sportfläche und der öffentlichen Bürgerwiese entlang von Döhrnstraße und -twiete ein „Sport- und Freizeitpark Lokstedt“ entstehen.

Eintracht ist skeptisch
Die Hockeyfläche ist nach dem Bebauungsplan Lokstedt 55 als Sportfläche ausgewiesen und befindet sich in der Pflegschaft von Eintracht Lokstedt. Einer Nutzung als Bürgerwiese kann Vereinsvorstand Michael Gäde nichts abgewinnen, da die Nachverdichtung im Stadtteil auf zum einen zum Abbau von Sportflächen, zum anderen zu mehr Zulauf von Sportlern geführt hätte: „Die Kapazitätsgrenze auf unserem Kunstrasenplatz für unsere Herrenmannschaften ist schon erreicht. Den Hockeyplatz dürfen wir nur für Kinder bis 14 Jahre nutzen. Er ist jedoch in einem schlechten Zustand und bei Regen nicht zu bespielen.“ Ein weiterer Kunstrasenplatz mit Flutlicht würde die Lage für den Breitensport entlasten: „Der ist fast immer bespielbar und könnte für verschiedene Sportarten genutzt werden“, sagt Gäde mit Blick auf den TVL und den ETV, der hier Hockey anbieten möchte. Die Vereine wären sogar bereit selbst Geld in die Hand zu nehmen. Bei der Nutzung als Bürgerwiese sei laut Gäde jedoch Streit vorprogrammiert. Er befürchtet, dass Müll, Zigaretten, Glas und die Hinterlassenschaften von Hunden den empfindlichen Belag schädigen würden. Insbesondere Hundehalter würden ihre Vierbeiner schon jetzt tagsüber und während des Trainings einfach auf dem Platz laufen lassen. (mf)

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