Die Planungen sehen in der östlichen Heidlohstraße 14 Baumfällungen vor Foto: Katrin Hainke

Die Planungen sehen in der östlichen Heidlohstraße 14 Baumfällungen vor Foto: Katrin Hainke

Bäume sollen Radfahrern weichen

NABU Eimsbüttel für Baumerhalt an Veloroute 14

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SCHNELSEN Für den Ausbau der Veloroute 14 für den Abschnitt zwischen Holsteiner Chaussee und Heidlohstraße sollen insgesamt 24 Straßenbäume gefällt werden.

Vor allem an der Heidlohstraße müssten nach aktuellem Planungsstand aus Platzmangel sehr viele Bäume zugunsten eines radfahrerfreundlichen Umbaus weichen. Die NABU-Gruppe Eimsbüttel setzt sich nun für den Baumerhalt ein.

„Wir befürworten durchaus den Ausbau der Velorouten“, betont Dieter Siebeneicher der Eimsbütteler NABU-Gruppe: „Als Naturfreunde fahren wir viel Rad und wissen, dass Handlungsbedarf zur Verbesserung der Radwege auch als wertvoller Beitrag zur Klimapolitik besteht.“ Dies dürfe aber keineswegs auf Kosten von teilweise jahrzehntealten Bäumen geschehen, die eine vielfältige Funktion für die Klimabilanz der Stadt haben. Als realistische Lösung für den Baumerhalt sollte laut NABU daher die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in der Heidlohstraße als Ausweitung des für die Spanische Furt und den Graf-Johann-Weg ohnehin geplanten Tempolimits umgesetzt werden.

Die vom Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSGB) bislang favorisierte Lösung für die östliche Heidlohstraße sieht eine Kombination aus Mischverkehr und sogenannten Schutzstreifen vor. Für die in dem Fall notwendigen 14 Fällungen von Linden, Eichen, Ahornen und Birken wären 16 Neupflanzungen vorgesehen.

Im Bereich Graf-Johann-Weg/Spanische Furt ist ein Rückbau der bestehenden Fahrbahneinengungen geplant, welcher ebenfalls drei Baumfällungen erfordert. Auf dem gesamten Abschnitt sollen insgesamt 29 neue Bäume gepflanzt werden. Diese Ausgleichsmaßnahme sieht die NABU-Gruppe jedoch kritisch: „Das ist in keiner Weise ein ausreichender Ersatz“, so Siebeneicher, „zumal davon auszugehen ist, dass die Sommer heißer und trockener werden – das belastet Neupflanzungen sehr.“

„Wir prüfen momentan noch alle Punkte, insbesondere im Hinblick darauf, möglichst wenig Bäume fällen zu müssen“, erklärt LSBG-Sprecherin Edda Teneyken. Auch im Hinblick auf eine zusätzliche oder alternative Einführung einer Tempo 30-Zone oder -Strecke sei noch keine Entscheidung gefallen. Der eigentlich für das Frühjahr geplante Baubeginn verschiebt sich auch aufgrund der offenen Punkte nach hinten – losgehen wird es daher frühestens Ende 2021. Anwohner/-innen sollen frühzeitig informiert werden – und auch das Wochenblatt bleibt am Thema dran. kh

So verläuft die Veloroute 14
Die Veloroute 14 umfasst eine Gesamtstrecke von 41,9 Kilometern, die in einer Zeit von etwa zwei Stunden und 15 Minuten mit dem Fahrrad bewältigt werden kann. Sie beginnt in Othmarschen und führt als äußere Ringroute über Lurup, Schnelsen und Niendorf Nord. Von dort geht die Veloroute 14 weiter nordöstlich über Langenhorn, Hummelsbüttel und Poppenbüttel. In Sasel knickt sie nach Süden ab und führt unter anderem über Farmsen und Jenfeld, bis sie in Billstedt endet.

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