Das Damwild lockt viele Besucher ins Niendorfer Gehege Fotos: Anne Oschatz

Damwild bitte nicht (mehr) füttern!

Revierförsterei stellt Verbotsschilder auf

Archiv| Views: 144

Das Damwildgehege ist ein beliebter Anziehungspunkt im Niendorfer Gehege und gerade aktuell in der Corona-Zeit sehr gut besucht. Gerne werden die niedlichen und zutraulichen Tiere auch von den kleinen und großen Besuchern gefüttert. Das ist nun nicht mehr erlaubt – die Revierförsterei hat entsprechende Verbotsschilder aufgehängt.

„Wir beobachten seit einiger Zeit, dass unser Damwild vermehrt gefüttert wird“, sagt Revierförster Sven Wurster. Zu viel und falsches Futter auch mit vermeintlich gesunden Lebensmitteln könne jedoch zu Krankheiten, Fehlernährung und Allergien bis hin zum Tod der Tiere führen. Die Mitarbeiter der Försterei achten bei der Versorgung bereits auf eine sorgfältig abgestimmte Fütterung, die den Bedürfnissen des Damwildes gerecht wird.

Am Damwildgehege wurden Verbotsschilder angebracht Foto: kh

„Natürlich ist es sehr bedauerlich, dass der enge Kontakt zwischen Mensch und Wildtier damit erst mal eingeschränkt wird“, erläutert Sven Wurster, der auf die Vernunft der Besucher/-innen setzt: „Wer Tiere liebt, der verzichtet zu ihrem Wohle hoffentlich gerne auf das Füttern.“ Für sein Wohlbefinden sei das Damwild nicht auf den Menschen angewiesen, fügt er erklärend hinzu. Dennoch müssen sich die Tiere jetzt erstmal an die veränderte Situation mit dem Wegfall der bequemen Leckerli-Versorgung gewöhnen. Umso wichtiger sei da der komplette Verzicht einer Fütterung.

In den nächsten Wochen wird das Verbot aufmerksam kontrolliert. Sollte es nicht eingehalten werden, müsste ein weiterer Schritt mit dem Einzug eines weiteren Innenzauns eingeführt werden. kh

Darum schadet die Fütterung dem Damwild
Revierförster Sven Wurster: „Das Damwild braucht im Grunde nur Gras. Mit seinem vierteiligen Magensystem kann es diese faserreiche Kost in seine Nahrungsbestandteile aufschließen. Schlecht für die Tiere sind alle hiervon abweichende Lebensmittel. Nicht nur Brot, auch Obst und Gemüse schaden dem Wiederkäuer. Karotten können die empfindlichen Schneidezähne verletzen, Äpfel aufgrund des Fruchtzuckers zu Verdauungsstörungen führen und Kohl bläht den Pansen auf. Eicheln und Kastanien würde Damwild in freier Wildbahn erst nach dem natürlichen Abbau der Gerbsäure aufnehmen. Diese Früchte im Herbst zu füttern, schadet hingegen.“

Comments are closed.