Herausforderung Homeschooling: Nicht für alle Eltern ist es möglich, ihre Kinder zuhause zu betreuen Foto: kh

Lernen in der Schule

So wird die Notbetreuung in Anspruch genommen

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Die Präsenzpflicht in den Schulen ist in Hamburg bis mindestens Ende Januar aufgehoben. Nicht alle Eltern können ihre Kinder jedoch zuhause betreuen. Für diese Fälle gibt es ein schulisches Notbetreuungsangebot, das auch an den Niendorfer Schulen in Anspruch genommen wird.

„Da die Schulschließung vor den Weihnachtsferien sehr kurzfristig kam, war die Nachfrage bei uns zunächst relativ hoch“, meint Bert Biehl, Schulleiter der Grundschule Moorflagen. Waren anfangs 78 Kinder von insgesamt 225 Schüler/innen angemeldet, mussten in der ersten Januarwoche „nur“ 52 betreut werden. Die Tendenz für die weitere Schließzeit sei jedoch wieder steigend.

Ähnlich sieht es an der Grundschule Sethweg aus. Bei insgesamt 320 Schülern gab es Anfang Januar 30 Anmeldungen, letzte Woche waren schon gut 50 Schüler in der Schule. „Wir rechnen damit, dass es noch mehr werden“, so die stellvertretende Schulleiterin Friederike Asschenfeldt. So viel Verständnis sie für die Eltern habe, auch für die Lehrer stelle diese Situation eine enorme Herausforderung dar: „Wir geben uns wirklich sehr große Mühe, dennoch ist der Spagat zwischen Distanzunterricht und Notbetreuung immens groß. Denn je mehr Schüler vor Ort in der Schule sind, desto weniger Zeit bleibt den Lehrern, um vernünftigen Distanzunterricht für die anderen Kinder anzubieten.“

Für die Logistik erschwerend hinzu kommen die Kontaktbegrenzungen. So dürfen maximal zwölf Schüler eines Jahrgangs gemeinsam betreut werden. Regulärer Unterricht nach Stundenplan findet nicht statt, vielmehr arbeiten die Kinder mit pädagogischer Anleitung an den Aufgaben, die auch ihre Klassenkameraden im Homeschooling erhalten.

Die Betreuungsnachfrage sei in den Vorschul- und den unteren Klassen übrigens höher, so Bert Biehl: „Die Dritt- und Viertklässler bleiben auch schonmal alleine zuhause, wenn die Eltern arbeiten müssen.“ Diese Tendenz wird bei einem Blick auf den Betreuungsstatus an der Stadtteilschule Niendorf noch deutlicher. Von den knapp 1200 Schülern waren in der ersten Januarwoche gerade mal 56 vor Ort, um an ihrem Padlet (digitales Klassenzimmer) streng getrennt nach Kohorten und unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen ihre Aufgaben zu erledigen. Zumindest eine Regelung wird aber wohl alle Schüler freuen: Sämtliche Klassenarbeiten sind während der Aufhebung der Präsenzpflicht abgesagt. kh

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