Die Hamburg Crocodiles müssen derzeit vor leeren Rängen spielen Foto: Holger Beck

Gähnende Leere anstatt Hexenkessel

Hamburg Crocodiles vermissen ihre Fans. Geld aus Fördertopf des Bundes geflossen

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Sportlich sind die Hamburg Crocodiles auf Kurs. Sie spielen in der Eishockey-Oberliga oben mit und haben gute Aussichten, sich erneut für die Play-Offs zu qualifizieren. Doch trotz allem ist die Stimmung bei den in Farmsen beheimateten „Eis-Krokodilen“ alles andere als gut. Die Zuschauer fehlen nicht nur aus finanziellen Gründen.

„Unseren Spielern fehlt die Unterstützung der Fans“, sagt Crocodiles-Sportchef Sven Gösch. Etwa 1500 Besucher pro Spiel verwandelten die Eishalle Farmsen in den vergangenen Jahren regelmäßig in einen Hexenkessel. Die Anhänger trieben die Spieler an und waren gerade in engen Spielen für die Crocodiles Gold wert. Nun herrscht aufgrund der Corona-Pandemie gähnende Leere auf den Tribünen.

Das macht sich auch finanziell bemerkbar. Wenigstens haben die Crocodiles inzwischen aus dem Fördertopf des Bundes für Profiklubs 150.000 Euro bekommen. Gösch hofft, dass demnächst weitere Mittel fließen. Auch etwa 95 Prozent der Sponsoren halten an ihrer Unterstützung für den Oberligisten fest. Deswegen ist zumindest die Existenz des Hamburger Eishockey-Vorzeigeclubs nicht gefährdet.

„Finanziell dürften wir mit einem blauen Auge davon kommen“, sagt Sportchef und Geschäftsführer Gösch. Für einen Klub, der Anfang 2019 noch Insolvenz anmelden musste, in Corona-Zeiten beileibe keine Selbstverständlichkeit. Das zeigt, dass die Leistungen nicht nur auf dem Eis stimmen. Auch hinter den Kulissen wird gute Arbeit geleistet.

Gösch ist froh, dass die Crocodiles überhaupt spielen dürfen und Eishockey nicht völlig aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwindet. Doch wirkliche Begeisterung kommt angesichts der Umstände bei Spielern und Offiziellen nicht auf. So besteht ständig die Gefahr, dass Corona-Infektionen für Spielabsagen sorgen. Deshalb ist auch die Aussagekraft der Tabelle noch relativ gering, da die Zahl der absolvierten Spiele bei den einzelnen Teams weit auseinander klafft. Die Crocodiles hatten bisher Glück und blieben von Infektionen verschont. Es gebe aber keine Garantie, dass das so bleibt, erklärt der Sportchef. Bei Familienmitgliedern, am Arbeitsplatz außerhalb des Eishockeys – überall bestehe die Gefahr, sich anzustecken.

Sorgen bereitet Gösch auch, dass nur die Klubs von der ersten bis zur dritten Liga aufs Eis dürfen. Alle anderen Erwachsenenmannschaften und der komplette Nachwuchsbereich müssen wegen des Corona-Lockdowns pausieren. „Das ist für unseren Sport fatal“, sagt der Crocodiles-Chef. lzi

„Finanziell dürften wir mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt Sven Gösch

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