Präsentiert auf dem Tibarg die gewaltfreien Brötchentüten: Dirk Hansen, stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung
Foto: kh

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“

Hamburgweite Kampagne startete in Niendorf

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Niendorf Dass Gewalt auch heute noch in vielen Familien trauriger Alltag ist, darauf soll die Hamburger Brötchentütenkampagne zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ (25. November) aufmerksam machen. Die Auftaktveranstaltung zur Aktion fand vor der Bäckerei Hönig am Tibarg statt.

Wer in den vergangenen Tagen frische Backwaren gekauft hat, dem sind vielleicht die etwas anderen Brötchentüten ins Auge gefallen. „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ steht darauf in großen Buchstaben. Insgesamt 40.000 Tüten gehen seit gut einer Woche in über 60 Hamburger Bäckereien über die Ladentheke. Darauf aufgedruckt sind zudem die Kontaktdaten der Hamburger Beratungs- und Schutzeinrichtungen. „Niedrigschwelliger und unaufdringlicher kann Infomaterial nicht in die Haushalte kommen“, meint Iris Hannig-Pasewald, Leitung der Opferhilfe Hamburg und Sprecherin des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, der die Kampagne gemeinsam mit der Hamburger Bäcker-Innung bereits zum zwölften Mal öffentlichkeitswirksam durchführt. Direkt vor der Bäckerei Hönig kamen dazu die Akteure in der Fußgängerzone zusammen und verteilten Stoffbeutel und Masken an die Bürger/-innen.

„In der derzeitigen Pandemiesituation ist diese Aktion wichtiger denn je: Die Isolation innerhalb der eigenen vier Wände steigert den Druck und damit auch die Gewalt“, so Bischöfin Kirsten Fehrs als Schirmherrin der Kampagne. Frauen haben zudem weniger Möglichkeiten, sich nach außen zu wenden. „Wir möchten mit der Aktion deshalb alle Frauen, aber auch Kinder ermutigen, sich ohne Scham bei den Beratungsstellen zu melden und sich helfen zu lassen“, so Fehrs weiter. In Hamburg stehe dafür ein gut funktionierendes Angebot zur Verfügung. kh

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