Das Niendorfer Gymnasium ist nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern auch um soziale Kontakte zu pflegen
Fotos: Hainke

Auch ohne Feier ein großes Ereignis

1970–2020: Das Gymnasium Ohmoor feiert 50. Jubiläum

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Niendorf Als das Gymnasium vor 50 Jahren seine Türen für die ersten  129 Schüler/-innen und 13 Lehrkräfte  damals noch in den Gebäuden der Grundschule Burgunderweg öffnete, hätte wohl niemand gedacht, dass  die Niendorfer Schule  am Sachsenweg  mit  heute  rund 1300 Schülern  einmal  Hamburgs  größtes  Gymnasium sein wird.

Dass der runde Geburtstag ein Grund zum Feiern ist, darüber besteht kein Zweifel. So waren auch ein offizieller Festakt, ein großes Schulfest sowie ein Ehemaligentreffen geplant – sie alle sind den Corona-Einschränkungen zum Opfer gefallen. „Aber auch 51 Jahre kann man feiern“, meint Schulleiterin Gudrun Müller. „Und nächstes Jahr haben wir, sofern es wieder möglich ist, erst recht einen Grund dazu.“ Geplant ist zudem eine Chronik, die noch dieses Schuljahr erscheinen soll.

Material, um diese mit Leben zu füllen, ist ausreichend vorhanden. In 50 Jahren ist viel passiert, die Schule ist nicht nur deutlich gewachsen, sondern hat sich auch kontinuierlich weiterentwickelt. Hervorzuheben ist zum Beispiel die Schulwetterstation, die seit 30 Jahren tagtäglich das Wetter aufzeichnet. Die überregional bekannte Wohnungsmarkt-Untersuchung zum Mietenspiegel gibt es seit 1986. Als soziales Projekt wurde ein Ziegengehege auf dem Schulgelände eingerichtet. Die internationale Ausrichtung spiegelt sich neben diversen Schüleraustauschprojekten auch mit der regelmäßigen Teilnahme am ErasmusPlus-Projekt (ehemals Comenius) wider.

Das Gründungskollegium im Jahr 1970 bestand aus 13 Lehrkräften

Sehr früh ein Thema war die Digitalisierung: Bereits 1996 ging die erste Schulhomepage online, das Gymnasium war 2004 zudem die erste Schule, die die Kommunikationsplattform iServ nutzte. Auch wenn es um Auszeichnungen geht,  liegt  das  Ohmoor  weit  vorn: Genannt seien die Gütesiegel „Klimaschule“, „Umweltschule“ und das „Berufswahlsiegel“ (zertifiziert seit 2004). Als feste Bausteine gehören hierzu erfolgreiche Teilnahmen an Wettbewerben, wie „business@school“ oder „Jugend und Wirtschaft“. Auch bei „Jugend forscht“ wurden einige Erfolge verbucht. Seit 2020 ist das Gymnasium zudem „Schule ohne Rassismus“. Ein kleines Jubiläum feiert die mehrfach ausgezeichnete Schülerzeitung „Anonym“. Aktuell erscheint die zehnjährige  Jubiläumsausgabe.

Wie alle Schulen steht auch das Niendorfer Gymnasium aktuell vor ganz neuen Herausforderungen und einem riesigen Organisationsaufwand. „Unsere gute digitale Basis haben wir noch deutlich ausgebaut“, betont Gudrun Müller. Die Infektionswelle sei an der Schule jedoch glücklicherweise noch nicht angekommen. „Ich hoffe sehr, dass die Schulen offen bleiben. Nicht nur zum Lernen, sondern auch um soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, ist dieser Ort für Kinder und Jugendliche immens wichtig.“    kh

„Meilensteine“ am Gymnasium Ohmoor 
• 1970: Schulgründung
• 1972: Umzug vom Burgunderweg in den Sachsenweg
• 1986: Beginn Hamburger Mietenprojekt
• 1990: Einrichtung einer Schulwetterstation (seitdem täglich Wetteraufzeichnungen)
• 1992: Aufbau eines Intranets
• 1996: erste Schulhomepage
• 2004: Zertifizierung mit dem „Berufswahlsiegel“
• seit 2005: Comenius-Projekt (seit 2016 ErasmusPlus)
• 2006: erste „iServ“-Schule in Hamburg
• seit 2007: Einrichtung eines bilingualen Zweiges
• seit 2010: Schülerzeitung „Anonym“
• seit 2016: Auszeichnung „MINT freundliche Schule“
• 2020: Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“

Detlef Erdmann, Schulleiter von 2000 bis 2017: Mein Glückwunsch gilt allen Ohmoorianer*innen, die die Schule mit ihrem großartigen Profil, mit Kompetenz und Qualität in allen Bildungsbereichen gestaltet haben – von Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Mathematik, über Wirtschaft und Sozialwissenschaften, bis hin zu Theater, Kunst, Musik und Sport. In Erinnerung bleibt mir das das weit über Niendorf hinausreichende herausragende Engagement von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern, das immer wieder ausgezeichnet wurde.

Roland Heintze, ehem. CDU-Landesvorsitzender: Ich wünsche dem Gymnasium Ohmoor alles Gute zum runden Geburtstag. Seit meiner Zeit dort (Abi 92) hat es baulich eine rasante Entwicklung genommen. Ich wünsche allen, die dort lernen und arbeiten, dass sie sich trotz vieler Veränderungen die Lebendigkeit, Diskutierfreude und Offenheit, die das Ohmoor immer ausgezeichnet hat, auch die nächsten 50 Jahre erhalten. Und natürlich hoffe ich, dass es auch künftig viele, die hier ihr Abi machen, in die Politik zieht.

Marc Schemmel, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter: An meine Schulzeit am Ohmoor denke ich gerne zurück und halte bis heute zur Schule und vielen Ehemaligen Kontakt. Es ist großartig zu sehen, wie sich die Schule ständig weiter entwickelt und in vielen Bereichen Vorreiterin ist. An der Schule hat es eine gute Tradition, gesellschaftliches Engagement zu fördern. Daher war es für mich ein besonderer Moment, die Patenschaft für die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ übernehmen zu dürfen.

Niels Frevert (Foto), Singer / Songwriter: Meine Zeit am Ohmoor ist unmöglich in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Es gab ein paar Scharmützel mit dem einen oder anderen Lehrer (leider ausgerechnet in meinen Lieblingsfächern Deutsch und Philosophie). Deutlicher aber bleiben mir die Lehrerinnen in Erinnerung, die sich um alle Schüler*innen gleichermassen beherzt gekümmert haben, um die schwierigeren Fälle genauso engagagiert wie um die pflegeleichten. Mir fallen da zuerst meine Tutorin Ursel Schirrmeister und Englischlehrerin Frauke Nissen ein. Und natürlich Musiklehrerin Ille Schulte, die morgens in Cowboystiefeln ihrem lilafarbenen Porsche entstieg und nach Schulschluss das alljährliche Schülerband Festival in der Aula organisierte – auf dem ich mit 13 meinen allerersten Auftritt hatte. School of Rock, School of Party. Happy Birthday GO, auf die nächsten 50!

Kristoffer Hünecke, Gitarrist der Band Revolverheld: Das Gymnasium Ohmoor hat mit dem Bandfestival und den eigenen Proberäumen den Grundstein für so einige Musikkarrieren gelegt. Explizit Frau Schulte, meine damalige Musiklehrerin hat das immer sehr gefördert. Ich denke sehr gern an meine Zeit am Ohmoor zurück.

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