Wann kann ich endlich wieder nach draußen? Die Zeit in der Quarantäne fühlt sich sehr lang an
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14 Tage eingesperrt

Herausforderungen der häuslichen Quarantäne

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Niendorf /Lokstedt/Schnelsen Ein Wochenende einfach mal entspannen, nichts tun und das Haus im besten Fall gar nicht erst verlassen – bis vor gut einem halben Jahr hörte sich diese Vorstellung noch verlockend an. Seit Corona ist das anders.

Freiwillig auf Aktivitäten und soziale Kontakte zu verzichten, ist die eine Sache. Wenn dies aber vorgeschrieben und sogar behördlich angeordnet wird, fühlt sich das gar nicht mehr gut an. Was früher glückseliges Nichtstun hieß, läuft heute unter der Bezeichnung häusliche Quarantäne oder besser: eingesperrt in den eigenen vier Wänden. Irgendwie rechnen wir wohl alle früher oder später damit, für 14 Tage (auch ohne Krankheit) mal kurzzeitig „aus dem Verkehr“ gezogen zu werden.

Diese Woche hat es mich getroffen beziehungsweise meine Töchter, was unterm Strich nicht wirklich einen Unterschied macht. Homeschooling – okay, das ist fast schon ein alter Hut, wenn auch nach wie vor herausfordernd. Der Freiheitsentzug wiegt da schon deutlich schwerer. Bereits nach zwei Tagen hat sich der Lagerkoller eingestellt. Die Frage „Mama?“ dröhnt in meinen Ohren. Bei den Kindern ist es dagegen wohl eher das konsequente „Nein“ (na ja, meistens konsequent). So langsam kommen Zweifel: Habe ich bislang übersehen, dass die Kinder hyperaktiv sind? Ist es normal, dass sie so laut sind?

Das Sofa ist jetzt kein Ort der Ruhe mehr, sondern eine Tobewiese, der Esstisch ist eine mit Decken behangene Höhle und im Flur gibt’s jetzt einen kleinen Trimm-dich-Pfad. Immerhin, die Isolation scheint die Kreativität zu fördern. Eine Tatsache, die mich zumindest etwas beruhigt, da der Medienkonsum in den vergangenen Tagen deutlich stärker angestiegen ist, als dass ich es mit meinem mütterlichen Gewissen eigentlich vereinbaren kann.
Welchen großen Unterschied doch die sonst tägliche Bewegung an der frischen Luft und das Ritual, zur Schule zu gehen, doch bereits ausmachen können. Ich bin mir sicher, dass zumindest etwas Positives nach den zwei Wochen hängen bleibt: die alltäglichen „Selbstverständlichkeiten“ wieder schätzen zu können …  kh

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