Wie die Sportanlage am Niendorfer Sachsenweg sind aktuell alle öffentlichen Anlagen im Bezirk Eimsbüttel geschlossen Foto: kh

Wo Individualsport noch erlaubt ist

Öffentliche Sportanlagen im Bezirk geschlossen

Archiv| Views: 154

Mit dem Kumpel eine Runde kicken, das Lauftraining absolvieren oder entspannt skaten ist in unseren Stadtteilen derzeit auf keiner der öffentlichen Sportanlagen möglich. Obwohl die aktuelle Hamburgische SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung eine Öffnung grundsätzlich erlaubt, sind alle Anlagen geschlossen.

„Mit großem Erstaunen musste ich feststellen, dass die Sportanlage am Sachsenweg komplett abgesperrt wurde“, meldete sich ein Leser beim Wochenblatt und äußerte sein Unverständnis. Aufgrund der einschränkenden Maßnahmen sind bis Ende November zwar Sportangebote untersagt, Individualsport ist jedoch erlaubt. Um diesen auszuüben, bieten sich die Sportplätze an. In der Verordnung wird sogar explizit darauf hingewiesen (§20.2), dass „die Ausübung von Sport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des gemeinsamen Haushalts auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien zulässig“ ist, sofern die Hygienevorgaben eingehalten werden.
Warum das Bezirksamt Eimsbüttel dennoch alle öffentlichen Anlagen in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen gesperrt hat, erklärt Pressesprecher Kay Becker: „Als Betreiber sind wir dazu verpflichtet, das Sportangebot so auszurichten, dass die gebotenen Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Da uns eine Einlassbeschränkung oder Kontrolle der Nutzung nicht möglich ist, haben wir alle Sportfreianlagen vorerst geschlossen.“

Parks und Grünanlagen
Diese Regelung gilt jedoch nicht in der gesamten Hansestadt: So sind im Bezirk Hamburg-Nord zwei Anlagen geöffnet, im Bezirk Altona ist eine Nutzung nach vorheriger Anmeldung möglich. In Wandsbek sind sogar alle Sportanlagen tagsüber frei zugänglich.

Unverständnis über diese Regelungen kommt auch vom Hamburger Sportbund. „Es ist ein bedauerlicher Vorgang, wenn die Stadt in ihrer Verordnung festlegt, dass die Anlagen unter den geltenden Abstandsregeln genutzt werden können, es dann aber nur teilweise schafft, diese auch tatsächlich zu öffnen“, äußert sich Maarten Malczak, Referatsleiter Politik und Kommunikation: „Die Pandemie wird uns noch viele Monate beschäftigen. Dieses Pro-
blem sollte daher im Sinne des Sports schnell gelöst werden.“ Bis dahin müssen die Menschen in unseren Stadtteilen auf Sport verzichten oder auf öffentliche Grünanlagen und Parks ausweichen. Ob hier die Kontaktbeschränkungen besser eingehalten werden können als auf Sportplätzen, ist jedoch fraglich. kh 

Comments are closed.