Das Sportzentrum am Sachsenweg ist für den Vereinssport erst einmal geschlossen Foto: lzi

Trotz Corona für die Mitglieder da

So gehen die Sportvereine mit dem Lockdown um

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Der neuerliche Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie trifft die Sportvereine hart. Erst nach und nach konnten sie ihre Angebote seit dem Sommer ausweiten. Nun müssen sie alles wieder auf null zurückfahren.

Der Niendorfer TSV (NTSV), Germania Schnelsen und der Lokstedter Turnverein suchen nun nach Wegen, wie sie mit dem erneuten Stillstand umgehen und wollen auch in Corona-Zeiten sichtbar sein. „Der erneute Lockdown stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt Lukas Rieper, Assistent der Geschäftsführung beim NTSV. Absage von Veranstaltungen wie Kinderturntag, Neujahrsempfang und Mitgliederehrungen, die erneute Umstellung aufs Home Office, die Aufrechterhaltung der Verbindung zu den Mitgliedern und dazu die Umsetzung der Lockdown-Regelungen – die NTSV-Verantwortlichen haben alle Hände voll zu tun. Da zumindest der Individualsport weiter möglich sein soll, wird nun geprüft, was der Niendorfer TSV überhaupt noch anbieten darf. Auf die Geschäftsstelle haben die neuen Regelungen ebenfalls Einfluss. Das Adyton-Sportbüro am Sachsenweg ist weiter erreichbar, am Bondenwald setzt der NTSV dagegen verstärkt auf Heimarbeit.

Der Lockdown kommt für Vereine auch zur Unzeit, weil sie einige Sportler dazu bringen könnte, zum 31. Dezember zu kündigen. „Ich würde mir wünschen, dass die Mitglieder uns treu bleiben“, sagt Rieper. Deshalb wolle der Verein alles dafür tun, damit die Verbindung zwischen Sportlern und Verein nicht abreißt. Dass es zum erneuten Stillstand gekommen ist, kann Rieper angesichts der hohen Infektionszahlen nachvollziehen. Trotz allem schmerze die Unterbrechung, zumal die mit großem Aufwand und reichlich ehrenamtlicher Unterstützung erstellten Hygienekonzepte des NTSV funktioniert hätten.

Auch Germania Schnelsen hat bewiesen, dass der Sport wenig bis gar nichts für die erneute Corona-Welle kann. Germania-Vorsitzender Jörg Wohlgemuth hält einheitliche Regelungen für alle Bundesländer für sinnvoll, hätte sich aber gewünscht, dass Training in Kleingruppen möglich ist. Wohlgemuth geht davon aus, dass der Spielbetrieb 2020 nicht mehr aufgenommen wird. Die Geschäftsstelle bleibt weiter besetzt und ist telefonisch erreichbar. Die Schnelsener wollen versuchen, gemeinsam aus der Krise zu kommen. Wenn Sportler sich die Mitgliedsbeiträge nicht mehr leisten können, soll nach individuellen Lösungen gesucht werden. „Es ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen“, sagt Wohlgemuth. Er appelliert an die Mitglieder, sich fit zu halten, da Individualsport weiterhin möglich sei. Denn nach dem ersten Lockdown seien die meisten Sportler mit großen konditionellen Defiziten ins Training zurückgekehrt.

„Ich hätte mir gewünscht, dass zumindest Outdoor-Sport weiter möglich ist“, sagt Miriam Götting, Vorstandsmitglied des Lokstedter Turnvereins. Dessen Geschäftsstelle ist trotz des Lockdowns weiter telefonisch und per E-Mail erreichbar. Veranstaltungen wie die Mitgliederversammlung werden verschoben. Ihr tue es für die Mitglieder und vor allem für die Senioren und Kinder leid, dass der Sport fast komplett verboten wurde, so Götting. Gerade für viele Ältere seien diese sozialen Kontakte enorm wichtig. „Ich hoffe, dass ab Dezember zumindest Outdoor-Sport wieder erlaubt ist“, erklärt das Vorstandsmitglied. lzi

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