Zeitzeugengespräche mit KZ-Überlebenden wie Hans Gärtner, hinterlassen einen prägenden Eindruck bei den Schülern Fotos: privat

Das Corvey hat Courage

Gymnasium Corveystraße ist „Schule ohne Rassismus“

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Seit mehr als 14 Jahren trägt das Gymnasium­ Corveystraße offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Als Teil dieses deutschlandweit größten Schülernetzwerks haben sich Schüler und Lehrer freiwillig dazu verpflichtet, demokratische Handlungsweisen und Werte aktiv zu stärken.

„Wir haben den Anspruch, eine lebendige demokratische Schulgemeinschaft zu sein, die Menschen stark macht, die untereinander und mit anderen solidarisch umgeht und die Verantwortung übernimmt“, meint Andreas Fischer, Lehrer und Beauftragter für den Bereich Demokratie am Lokstedter Gymnasium.

Dass die antirassistische Haltung nicht nur in der Theorie besteht, sondern im Schulalltag auch gelebt wird, beweisen viele Aktionen und Projekte. Geflüchtete, die im Stadtteil leben, wurden mit Spendensammlungen oder Nachhilfeangeboten von Schüler/-innen unterstützt, es gab zudem ein gemeinsames Fußballspiel. Zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus steht eine Geschichtsexkursion in das Konzentrationslager Neuengamme verpflichtend auf dem Stundenplan. Mehrfach gab es in diesem Zusammenhang bereits Zeitzeugengespräche, die bei den Schülern einen nachhaltigen und prägenden Eindruck hinterlassen haben.

Grund- und Menschenrechte im Fokus
„Es geht aber nicht nur um Rassismus, sondern auch um das Verständnis, was Grund- und Menschenrechte für das eigene Leben und das anderer Menschen bedeutet“, erläutert Fischer weiter. Im Rahmen des „Tages der Menschenrechte“ finden am Corvey alljährlich Workshops statt. Hier werde zum Beispiel reflektiert, was Produkte aus dem Bioladen mit Menschenrechtsverletzungen in Dritte-Welt-Ländern zu tun haben oder wie sich ausländische Unternehmen bei der Durchsetzung ihrer Wirtschaftsinteressen rechtmäßig verhalten sollten.

„Dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, nicht vererbt wird und von jeder Generation neu erlernt werden muss, wird auch immer wieder in Gesprächen mit Politikern deutlich, die an der Schule geführt werden“, so der Demokratie-Beauftragte. Mit Blick in die Zukunft solle es nun einen stärkeren Austausch mit Schülern/-innen von Stadtteilschulen aus anderen Bezirken geben, um „Brücken zu bauen“ und Menschen in Kontakt zu bringen, die sonst eher wenig miteinander zu tun haben. kh

In Projekten beschäftigen sich die Schüler mit den Themen Rassismus und Menschenrechte

 

Eine Exkursion ins Konzentrationslager Neuengamme steht für alle Schüler auf dem Stundenplan

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