Trostlos wirkt allerdings der gammelnde Fahrradunterstand am Bahnsteig „Burgwedel“ Fotos: bk

Viel Plus auf den AKN-Stationen

Letzter Teil der Wochenblatt-Serie über Bahn-Haltestellen im Test

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Seit 1884 fährt die AKN-Eisenbahn auf ihrer heutigen Linie A 1, und der Zustand der Stationen kann als „gut“ bezeichnet werden.

Typische U-Bahn-Probleme wie kaputte Rolltreppen und Aufzüge entfallen bei den hiesigen ebenerdigen AKN-Stationen. In Schnelsen und Bönnigstedt müssen Fahrgäste noch immer durch Umlaufgitter und über die Schienen gehen, was den Lokführern bisweilen brenzlige Situationen beschert. Solange hier keine S-Bahnen fahren, werden die Umlaufgitter wohl auch bleiben – aus Kostengründen, wie AKN-Pressesprecherin Christiane Lage-Kress dem Wochenblatt mitteilte.

Die Station „Schnelsen“ liegt eher am Rand des Stadtteils, ringsum Gewerbegebiet. Sie wurde aber 2019 deutlich aufgewertet – durch große Abstellanlagen für Autos und Fahrräder (mit Videoüberwachung) sowie mit einer StadtRad-Station. Das Restaurant direkt an den Gleisen und der Discounter nebenan sorgen auch in Tagesrandzeiten für etwas Leben, und die gesamte Fläche ist im Dunkeln gut beleuchtet. Ein dickes Minus bekommen die Displays an den Fahrkartenautomaten. Sie sind morgens bei greller Sonne praktisch gar nicht lesbar. AKN-Sprecherin Christiane Lage-Kress will das Thema noch einmal mit den Mitarbeitern besprechen.

Mit Schließfächern und Gitterboxen präsentiert sich die B + R-Station „Schnelsen“ – allerdings bisher nur schwach ausgelastet

Die Station „Burgwedel“ wurde vor ein paar Jahren auf Außenbahnsteige umgerüstet, sodass nun die meisten Fahrradabstellplätze und die Mietboxen auf der „falschen“ Seite stehen (stadtauswärts). Der Fahrradunterstand (Besitzer ist die Stadt Hamburg, nicht die AKN) wirkt trostlos und braucht frische Farbe. Das Umfeld wirkt durch Roman-Zeller-Platz, Busstation und Restaurant relativ belebt. Auf der Holsteiner Chaussee erleichtert eine „Sprunginsel“ Fußgängern den Zugang. Minus: keine Toilette. Das heißt, es gibt zwar eine, jedoch ist sie nicht öffentlich. Der Bezirk Eimsbüttel will hier aber eine Änderung herbeiführen.

Zum Schluss „Bönningstedt“: Die Station am Ortsrand mit einem vor sich hin schlummernden Bahnhofslokal wirkt ländlich abgelegen, hat aber alles Nötige, was die Fahrgäste brauchen. Ein Minus gibt es für die beiden schlauchartigen Fußgängerzuwegungen auf der Ostseite – im Dunkeln nur bedingt zu empfehlen. Die AKN-Fahrgäste sind mit den Haltestellen in der Regel sehr zufrieden, die Kritikpunkte liegen woanders. So kommen Fahrgäste mit Kinderwagen oder Fahrrädern im Zug oft gar nicht zu den für sie vorgesehenen Klappsitzen, weil diese beim Einsteigen als Erste besetzt werden.

Über Toiletten im Zug hat die AKN lange nachgedacht und dann doch darauf verzichtet – „schweren Herzens“, wie Christiane Lage-Kress sagt. Große, rollstuhlgeeignete WC-Räume hätten zu viel Fahrgastraum gekostet. Immer wieder geklagt wird von Fahrgästen über das Umsteigen auf dem Erkältungsbahnhof „Eidelstedt“ und über die immer noch nicht existierende Station „Schnelsen-Süd“. bk

Die Displays sind bei ungünstigem Sonnenstand kaum lesbar

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