^Freuen sich über Austausch und Informationen in der privaten Facebook-Gruppe „Pflegende Angehörige Hamburg“: Wiebke und Uwe Worm aus Niendorf Foto: cc

Selbsthilfe für pflegende Angehörige

Wie Wiebke Worm auf Facebook Tausenden hilft

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Seit elf Jahren kümmert sich Niendorferin Wiebke Worm liebevoll um ihren an MS (Multiple Sklerose) erkrankten Mann Uwe. Ihren Job als Crewmanagerin musste sie dafür an den Nagel hängen, im Urlaub war sie seit 2012 nicht mehr. Und doch hat sie ihre Entscheidung – außer in ganz schweren Minuten – nicht bereut.

„Die Betreuung von Uwe bedeutet Pflege 24/7 an 365 Tagen im Jahr“, sagt die 56-Jährige, die in der vergangenen Nacht erst um vier Uhr in der Früh das Licht ausmachen konnte. Viel Neues hat die gelernte Industriekauffrau in den letzten Jahren gelernt: Wie geht Pflege? Welche finanziellen Hilfen kann man wann und wo beantragen? Welche Schritte sind einzuhalten? Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich mal selbst ins Krankenhaus muss? All ihr Wissen hat sie sich mühevoll Schritt für Schritt erworben. Vieles erfuhr sie in der bundesweiten Selbsthilfegruppe mit inzwischen mehr als 10.200 Mitgliedern bei Facebook. Seit Jahren ist sie dort auch einer der Administratoren. Hier geht es vor allem um Erfahrungsaustausch, das Teilen von Infos und (gegenseitige) Unterstützung. Auch das Netzwerken und das Verständnis untereinander sind für sie äußerst wertvoll.

Damit auch andere von ihrem Wissen und dem Zusammenhalt der Gruppe profitieren können, hat sie zusätzlich eine Selbsthilfegruppe für Hamburger bei Facebook gegründet. Unter „Pflegende Angehörige Hamburg“ [Link: https://www.facebook.com/groups/427174527842254/] tauschen sich die Mitglieder dieser privaten Gruppe darüber aus, wie sie ihren Liebsten, aber auch sich selbst, helfen können.

So geht es Schritt für Schritt weiter. Auch wenn es schwer ist, wird sie die Pflege ihres Uwe solange es geht nicht anderen überlassen. Gerade geht alles gut. Dennoch hat die 56-Jährige vor allem diese Wünsche: „Bessere Nutzbarkeit der vorhandenen Gelder durch Umverteilung. Keine Rentenkürzung, wenn man sich Hilfe holt, und eine Art Pflegegehalt statt gegebenenfalls Hartz IV. Das wäre ein Traum. Denn – und das ist den meisten nicht klar – das Pflegegeld bekommen die Betroffenen, nicht die Pflegenden.“ cc

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