Apotheke und Co. sollen gut erreichbar bleiben, hoffen viele Gewerbetreibende Foto: mf

Kritik kommt von Gewerbetreibenden

Die Verkehrsversuche an der Grelckstraße

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Die Grelckstraße soll umgestaltet werden. Dazu gehören im Zuge der Planungen auf Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen auch Verkehrsversuche. Diese starten nun später als geplant, im Vorwege sollen mit allen Beteiligten Gespräche geführt werden.

Gewerbetreibende befürchten, dass Kunden wegbleiben, wenn sich die Anfahrt- und Parksituation verschlechtert. Thomas Horn von der Konditorei Horn und Momme Steffen, Inhaber der Gazellen-Apotheke, finden, „dass eine Umfrage unter 800 Lokstedtern, mit dem Ergebnis, dass eine knappe Mehrheit für eine weitere Verkehrsberuhigung ist, von uns Geschäftsleuten auch kritisiert werden darf.“ Beide befürchten, dass ihre ältere, auf ein Auto angewiesene Kundschaft wegbleiben werde.

Kiet Tan Le vom Sonnenstudio sieht das unabhängig vom Alter seiner Kunden so: „Aus meiner Sicht ist es kontraproduktiv, Bereiche zu beruhigen und dadurch die ohnehin bestehende Parkplatzknappheit weiter zu verschärfen. Man sollte akzeptieren, dass die Menschen Autos nutzen, und sehen, wie man diese nicht ausschließt, sondern intelligent integriert.“

Grundsätzlich sind die Gewerbetreibenden Veränderungen gegenüber aber offen und begrüßen die optische Aufwertung und verbesserte Aufenthaltsqualität an der Grelckstraße. Thomas Horn regt an, zunächst „dafür zu sorgen, dass der Schwerlastverkehr, der durch die Navigation mit dem kürzesten Weg häufig durch die Grelckstraße geführt wird, umgelenkt wird.“ Um Langzeitparker aus der Grelckstraße herauszuhalten, schlägt Thomas Horn geräumige Parkflächen zur Entlastung vor, zum Beispiel auf dem DRK- und THW-Gelände. „Somit schafft man sicher die eine oder andere Fläche für Begrünung oder für Sitzflächen. Und man schafft Platz für Kurzparker.“ Für rund 600 Euro im Jahr könnte Thomas Horn seine Außenfläche um knapp 15 Quadratmeter vergrößern: „Dann müssen meine Mitarbeiter und ich uns von einigen Radfahrern und Nutzern der Grelckstraße beschimpfen lassen, dass wir den Gehweg blockieren“, befürchtet Horn und fragt: „Wenn jetzt größere Flächen für die Gewerbetreibenden geschaffen werden sollen, wer bezahlt dann die Gebühren hierfür? Gerade jetzt ist das Gewerbetreiben nicht einfacher geworden!“

Apotheker Steffen befürchtet: „Der Beschluss führt zu einem Verkehrsversuch, der es einem Großteil meiner mehrheitlich älteren Kunden erschweren wird, zu uns zu gelangen.“ Die Grelckstraße sei bereits jetzt eine verkehrsberuhigte Zone. „Eine Einbahnstraßenregelung oder auch Durchfahrtssperre stärkt das lokale Gewerbe nicht. Soll die Aufenthaltsqualität gesteigert werden, ist die Pflege vorhandener Grünflächen, eine stärkere Beleuchtung und Beseitigung von Stolpersteinen sinniger und dringlicher als die Verkehrsversuche mit aufwendiger, von Steuergeldern finanzierter Verkehrszählung“, findet Momme Steffen und fährt fort: „Mancher Politiker träumt jetzt schon von einer Grelckstraße mit Feinkostladen, Glühweinstand und Eisdiele. Ob das realistisch ist?“ mf

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