In der Trainingshalle des Schwimmbads Bondenwald findet das Schulschwimmen auch in Corona-Zeiten statt

In der Trainingshalle des Schwimmbads Bondenwald findet das Schulschwimmen auch in Corona-Zeiten statt
Foto: Bäderland Hamburg

Schwimmen ja,
Haare föhnen nein

So läuft Schulschwimmunterricht in Corona-Zeiten

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Für Dritt- und Viertklässler steht der Schwimmunterricht in unseren Stadtteilen seit 14 Jahren verpflichtend auf dem Stundenplan. Auch in Zeiten von Corona findet das Schulschwimmen statt – allerdings unter besonderen Voraussetzungen.

Wie gehabt wird der Schwimmunterricht für die Niendorfer, Schnelsener und Lokstedter Grundschüler am Schwimmbad Bondenwald erteilt. Entweder zu Fuß oder mit dem Bus fahren die Kids in Begleitung dorthin. Im Schwimmbad angekommen gelten dann jedoch neue Regeln. Kinder dürfen sich immer nur in ihrer sogenannten Kohorte im Bad aufhalten. Das bedeutet: Die Klassen warten draußen vor dem Eingang, bis die Gruppe, die vor ihnen Unterricht hatte, dieses verlässt. „Während früher das Schwimmbecken zeitlich fast nahtlos belegt war, haben wir aktuell längere Pausen“, erklärt Michael Dietel, Pressesprecher von Bäderland Hamburg, das mit der Erteilung des Schwimmunterrichts beauftragt ist. Die reine Schwimmzeit habe sich demnach von 45 auf circa 35 Minuten reduziert. Damit nicht noch weitere Zeit verloren geht, hat die Hamburger Schulbehörde die einheitliche Regelung getroffen, auf das Duschen nach dem Schwimmen sowie auf das Föhnen der Haare zu verzichten (eine Stellungnahme der Schulbehörde hat das Wochenblatt trotz mehrfacher Nachfrage dazu nicht erhalten), so dass die Kinder mit nassen Haaren wieder zurück zur Schule gehen oder fahren. Ob es sinnvoll ist, den Schwimmunterricht mit diesen Bedingungen überhaupt stattfinden zu lassen, dazu gehen die Meinungen der Eltern auseinander. kh

Pro – Wiebke Biermann, Schnelsen:
Ich finde es richtig, dass der Schulunterricht weiterhin stattfindet. Für mich steht im Vordergrund, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, früh das Schwimmen zu lernen und nicht aufgrund der hohen Kosten für einen privaten Schwimmunterricht benachteiligt werden. Es gibt ja leider immer noch Acht- und Neunjährige, die noch nicht mal das Seepferdchen haben. Dass die Kinder mit nassen Haaren wieder zurück in die Schule fahren, finde ich zwar nicht gut, ich nehme es zugunsten des Schwimmunterrichts aber in Kauf. Ich denke zudem nicht, dass die Kinder sich allein durch die Tatsache, dass sie nasse Haare haben, erkälten. Außerdem können sie eine schützende Mütze aufsetzen.

Contra – Katrin Hainke, Schnelsen:
Grundsätzlich ist der Schwimmunterricht natürlich sinnvoll, unter diesen Voraussetzungen ist sein Stattfinden für mich aber nicht nachvollziehbar. Die Sorge, dass die Kinder krank und getestet werden, womöglich sogar in Quarantäne müssen, ist bei vielen Eltern momentan ohnehin groß. Da sollten die Kids nicht einem zusätzlichen Erkältungsrisiko ausgesetzt werden, wenn sie bei den zunehmend kälteren Temperaturen mit nassen Haaren zurück zur Schule müssen. Dort sitzen sie unter Umständen sogar noch mehrere Stunden bei geöffneten Fenstern in ihren Klassen. Wenn das Schwimmen schon stattfinden muss, dann sollte es auch die Möglichkeit geben, die Haare zu trocknen.

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