Im neuen Sportzentrum am Bondenwald trainieren auch Mitglieder der Abteilung Turnen, Freizeit und Gesundheit Foto: kh

Spaltung trifft auf Widerstand

Niendorfer TSV Abteilung Turnen, Freizeit & Gesundheit wird neu aufgestellt

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Über viele Jahrzehnte war die Abteilung Turnen, Freizeit und Gesundheit (TFG) beim Niendorfer Turn- und Sportverein (NTSV) die mit Abstand größte und mitgliederstärkste Abteilung. Die jetzt beschlossene Überführung der Bereiche Freizeit und Gesundheitssport in zwei neue Abteilungen stößt nicht bei allen Beteiligten auf Zustimmung.

„Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir klare Strukturen schaffen“, betont der Vereinsvorsitzende Nils Kahn. Hintergrund dieser Maßnahme ist das Thema Mitgliedereinbindung.

Zukünftig Delegierte
Da zu den Mitgliederversammlungen immer weniger Menschen erscheinen und damit nur einen geringen Teil der Vereinsstruktur abbilden, soll es künftig ähnlich wie in anderen großen Sportvereinen eine Delegiertenversammlung geben. Jede Abteilung kann dazu dann, entsprechend ihrer Größe, eine bestimmte Anzahl an stimmberechtigten Delegierten wählen und entsenden. „Damit möchten wir die Belange aller Abteilungen angemessen abbilden“, erklärt Nils Kahn.

Schwierig sei dabei aber die Übermachtstellung der TFG, schließlich ist fast die Hälfte der 8000 NTSV-Mitglieder dieser Abteilung mit 3800 Mitgliedern zuzuordnen. Im Sinne einer Gleichbehandlung gibt es daher nun bald drei eigenständige und kleinere Abteilungen Turnen, Freizeit und Gesundheit.

Herz und Motor
Auf deutlichen Widerstand stößt diese im erweiterten Vorstand mehrheitlich getroffene Entscheidung bei der TFG. „Für mich gibt es keinen vernünftigen Grund, diese seit jeher gut funktionierende Einheit zu ändern. Unsere Abteilung ist das Herz und der Motor des Vereins und sollte es auch bleiben“, meint die TFG-Abteilungsleiterin Silke Ahrens, die zudem seit über 30 Jahren im NTSV-Vorstand ist. „Bislang konnten wir unsere Ressourcen bündeln und vorhandene Gelder flexibel verteilen.“ Die neuen Abteilungen erwarte nun ein höherer Verwaltungsaufwand, außerdem werde die Vielfalt der Angebote unter der Teilung leiden, ist sich Ahrens sicher: „Die TFG geht entschieden gegen den nach unserer Auffassung nicht satzungskonform zustande gekommenen Beschluss vor.“

Mit Mediation
„Natürlich hätte ich mich über eine Hand-in-Hand-Lösung gefreut“, meint Kahn. Aktuell gehe es nun aber daran, die neuen Abteilungen mit Leben zu füllen. Ob dies gelingt, sieht Ahrens kritisch.

„Mitglieder und insbesondere ehrenamtlich Tätige lassen sich nicht zwangsweise ,umtopfen‘“. Der Vorstand sucht nun eine möglichst sanfte Umsetzung der Planung mit juristischer Unterstützung durch den Hamburger Sportbund sowie mit einer Mediatorin. kh

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