Fahrradwerkstatt Lokstedt

Freuen sich auf Verstärkung: Manfred Bublitz, Klaus Struck, Klaus Schimansky und Carlo Tiedeke (v.l.n.r.) Foto: mf

Fahrradselbsthilfe-Werkstatt wird Fünf

Rettung für lahme Drahtesel

Archiv, Lokstedt| Views: 241

NIENDORF In der ehemaligen Friedhofsgärtnerei im Sootbörn 15 wird konzentriert geschraubt, gepumpt und begutachtet. Seit fünf Jahren betreiben Ehrenamtliche des Vereins Wir für Niendorf hier die Fahrradselbsthilfe-Werkstatt.

Anja Daniel, die einzige Frau unter derzeit zehn Engagierten, ist vor drei Jahren dazugestoßen: „Ich hatte keine Ahnung, aber wollte mitmachen. Jetzt bin ich in erster Linie für die Kommunikation zuständig“, lacht sie, während ihre Kollegen Klaus Schimansky, Manfred Bublitz, Carlo Tiedeke und Klaus Struck an den Rädern arbeiten.

Gestartet war die Werkstatt mit der Idee, Hilfe zur Selbsthilfe für Geflüchtete anzubieten. „Jetzt sind wir auch offen für sozial Bedürftige aus umliegenden Einrichtungen, wie zum Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe oder Jugendwohngruppen“, erklärt Daniel. Gespendete funktionstüchtige Fahrräder werden von den Ehrenamtlichen für ihre Kunden flottgemacht. Diese erhalten das Fahrrad gegen eine geringe Spende. Einen Fahrradpass vom Verein gibt es dazu. Das sei auch für das Racial Profiling wichtig.

„Leider kommt es vor, dass Kunden von uns aufgrund ihrer Hautfarbe verdächtigt werden, das Fahrrad gestohlen zu haben“, sagt Anja Daniel. Dank an die Spender Bei den Niendorfern möchte sie sich für die Fahrradspenden bedanken. „Wir sind so dankbar für die vielen tollen, voll funktionsfähigen Fahrräder, die uns gebracht wurden. Ohne die Spender wäre unsere Arbeit gar nicht möglich!“

Da das Durchschnittsalter der agilen Männer bei 75 Jahren liegt, wird junger Nachwuchs für die Werkstatt gesucht: „Wir sind hier Multi-Kulti. Eine Mechatroniker-Ausbildung braucht niemand, aber etwas Vorwissen wäre gut“, erklärt Daniel. Geöffnet ist die Werkstatt aufgrund der Corona-Regeln vorerst donnerstags von 14 bis 17 Uhr.

Langfristig möchten die Helfer zurück zum Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe. Auch einen afghanischen Geflüchteten aus der Unterkunft im Alma-Ohlmann-Weg möchten sie anlernen, der dann bei Sprachschwierigkeiten dolmetschen kann. „Viele unserer allerersten Kunden, die heute in Buxtehude oder Ahrensburg leben, kommen wieder zu uns“, freut sich Klaus Schimansky (82), der seit der Gründung dabei ist.

Wer Lust hat, in der Werkstatt verbindlich mitzuhelfen oder funktionstüchtige Fahrräder spenden möchte, kann sich bei Pastorin Maren Gottsmann unter Tel. 320 918 68 oder per Mail an gottsmann@kirchein-niendorf.de melden.

MIRIAM FLÜß

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