Abgestorbene Sitkafichten sind an einigen Stellen im Niendorfer Gehege deutlich zu erkennen

Die Bäume sind im Trockenstress

Die Auswirkungen der Hitze aufs Gehege

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Die Rekordhitzewelle in Hamburg war nicht nur für den menschlichen Organismus anstrengend. Auch die Bäume leiden unter der Trockenheit. Im Niendorfer Gehege sind einige Auswirkungen bereits sichtbar.

„Die Bäume sind im Trockenstress“, sagt Revierförster Sven Wurster. Die Hitzeperiode der vergangenen Wochen sei da nur das i-Tüpfelchen gewesen: „Zwar konnten im letzten Winter die Wasserspeicher im Boden zumindest teilweise mit Niederschlägen aufgefüllt werden, das Frühjahr war aber bereits zu trocken.“

Direkte und unmittelbare Auswirkungen zeigen sich momentan darin, dass die Laubbäume teilweise schon jetzt ihr grünes Laub abwerfen. Diese sogenannten Notabwürfe seien trotz des vorzeitigen Nährstoffverlustes nötig, um Verdunstung und Wasserverlust zu minimieren. Im regulären Herbst-Laubfall wird sonst der Nährstoffabbau ersichtlich, indem das grüne Chlorophyll abgebaut und eingespeichert wird und sich dadurch die Blätter bunt verfärben.

Im Niendorfer Gehege sind mehrere Fichten auch vom Borkenkäferbefall
betroffen Fotos: kh

Sitkafichten sterben
Besonders stark betroffen von der Trockenheit ist im Niendorfer Gehege die Sitkafichte, deren Absterben aktuell zu beobachten ist. „Durch ihre flachen Wurzeln und ihren hohen Wasserbedarf vertrocknete sie als Erste bereits im Frühjahr“, meint Sven Wurster. Da sie im Gehege als Einzelbaum im Mischwald vorkommt, können die Nachbarbäume den Ausfall der Sitkafichte jedoch überbrücken.

Ein flächendeckender Verlust ist im südlichen Bereich des Waldes zu verzeichnen. Aufgrund eines Borkenkäferbefalls, der durch die Trockenheit noch deutlich begünstigt wurde, sind hier so viele gemeine Fichten abgestorben, dass im Herbst teilweise nachgepflanzt werden muss.

„Wie sich der bereits über Jahre stattfindende Trockenstress langfristig auf die Bäume auswirkt, lässt sich aktuell noch nicht genau sagen“, meint der Revierförster abschließend. Die Reaktionszeit der Bäume sei langsam und könne sich auch noch Jahre später zeigen. Entscheidend sei zudem, wie sich die Niederschlagsmenge in den nächsten Monaten und Jahren entwickele. kh

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