Die Notunterkunft in der Kollaustraße bleibt bis November geöffnet Foto: mf

Beschwerden über Betrunkene

Verstärkte Maßnahmen in der Notunterkunft Kollaustraße

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Das Winternotprogramm in der Kollaustraße schloss nicht wie vorgesehen vom 1. April bis zum 31. Oktober seine Türen, sondern blieb aufgrund von Corona mit veränderten Betriebszeiten für obdachlose Menschen geöffnet. Aus der Nachbarschaft kam es vermehrt zu Beschwerden.

Die FDP-Fraktion schildert in einer Anfrage an die Bezirksversammlung, dass es wiederholt zu Belästigungen der Nachbarschaft gekommen sei. Besonders in den Abendstunden hätte man betrunkene Bewohner in den umliegenden Straßen Feldhoopstücken, Nedderfeld, Grelck- und Kollaustraße gesehen, die an Hecken und auf Privatgrundstücke urinierten und Passanten anpöbelten. Auch Einbruchsversuche und Brandstiftungen soll es gegeben haben. Außerdem würden Bewohner in Gruppen auf den Gehwegen lagern und Straßen sowie Grünflächen vermüllen. Die FDP-Fraktion forderte, diese Zustände zu beenden.

Fördern und Wohnen (f+w), die Betreiberin der Unterkunft, ist nach Auskunft von Sprecherin Susanne Schwendtke nach den Beschwerden sofort tätig geworden. So ist unter anderem ein Wachdienst einmal stündlich rund um die Unterkunft unterwegs. „Wir haben den Eindruck, dass sich die Situation seither gebessert hat.“ Nach Auskunft der zuständigen Behörde für Arbeit, Soziales und Familie (BASFI) wurden bei der Stadtreinigung außerdem zusätzliche Reinigungen beauftragt.

Die Polizei wurde nach Auskunft von Pressesprecherin Evi Theodoridou im Juli aufgrund eines Verkehrsunfalles, einer Aufenthaltsermittlung, einer Bedrohung, einer Körperverletzung, einer gefährlichen Körperverletzung und einer sonstigen polizeilichen Maßnahme in die Kollaustraße gerufen. Eine erhöhte Einsatzzahl sei in dem Zeitraum nicht zu verzeichnen. Zuständig ist hier der Bürgernahe Polizeibeamte.

Sicherheitsdienst
„Seitens der BASFI ist ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt, der den Auftrag hat, nicht nur das Gelände, sondern auch die angrenzenden Straßen zu bestreifen, um Vermüllungen und Beschwerden vorzubeugen“, erklärt Theodoridou. Während des regulären Betriebes der Unterkunft im Rahmen des Winternotprogramms von November bis März gab es keine Beschwerden von Anwohnern, die sich bei der vorherigen Nutzung als Flüchtlingsunterkunft noch über Kinderlärm beschwert hatten. Nach dem coronabedingten Lockdown blieb die Unterkunft weiterhin zum Übernachten geöffnet. Die Tagesstätten für Wohnungslose blieben jedoch geschlossen, sodass sich die Übernachtungsgäste rund um die Uhr in der Kollaustraße aufhielten. Nun suchten die Obdachlosen laut Susanne Schwendtke wieder vermehrt die wiedereröffneten Aufenthaltsmöglichkeiten in der Innenstadt auf. mf

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