In den Hamburger Lernferien soll Verpasstes nachgeholt werdenFoto: Claudia Hautumm / pixelio.de

Üben und nachholen statt urlauben

Hamburger Lernferien in unseren Stadteilen

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Während ein Großteil der Hamburger Schüler die langen Sommerferien genießt, drücken einige Kids aktuell die Schulbank. Im Rahmen der Hamburger Lernferien gibt es über 380 zentral organisierte Lerngruppen sowie von den Schulen individuell organisierte Angebote – auch in unseren Stadtteilen.

Mit dem Ziel, die während der Schulschließungen in den vergangenen Monaten verpassten Lerninhalte nachzuholen und gut vorbereitet ins nächste Schuljahr zu starten, richtet sich das Angebot in besonderer Weise an Schüler, die sozial benachteiligt aufwachsen, fehlende Zugänge zum digitalen Lernen hatten oder mangelnde Unterstützung durch eine erwachsene Bezugsperson. Im Fokus steht dabei die Förderung der sprachlichen und mathematischen Kompetenzen.

„Bei uns sind nur sieben Kinder angemeldet“, sagt Bert Biehl, Schulleiter der  Grundschule Moorflagen. „Deren Eltern haben sich für ihre Kinder aber sehr über das Angebot gefreut.“

Den Unterricht, der hier in den letzten zwei Ferienwochen stattfindet, hat die Grundschule genauso wie viele andere Schulen selbst auf die Beine gestellt – so auch die Grundschule Sethweg. „In der letzten Ferienwoche gibt es bei uns zwei kleine Lerngruppen, die von Lehramtsstudentinnen geleitet werden“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Friederike Asschenfeldt.

An Schulen mit einem niedrigen Sozialindex werden die Lernferien dagegen von der Volkshochschule in den letzten drei Wochen täglich mit je drei Unterrichtsstunden organisiert. Hinzu kommen noch Lernangebote der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ), darunter auch das Bildungshaus Eimsbüttel im Bindfeldweg. Hier werden drei Gruppen mit jeweils vier bis fünf Schülern betreut.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass Schüler in den Ferien freiwillig in die Schule gehen“, meint der Hamburger Bildungsstaatsrat Rainer Schulz. „Umso mehr freut es mich, dass viele Schüler das Angebot wahrnehmen.“ Für die zentral organisierten Lerngruppen der VHS sind hamburgweit über 3000 Kinder angemeldet. „In ungewöhnlichen Zeiten muss man ungewöhnliche Wege gehen“, meint Bert Biehl. „Ich halte die Lernferien für ein tolles freiwilliges Angebot, das die Schulbehörde überlegen sollte, dauerhaft zu ermöglichen.“ kh

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