Nicht immer rücksichtsvoll – die Radfahrer auf dem Tibarg Foto: kh

Rasen ohne Rücksicht?

Radfahren auf dem Tibarg verärgert und ängstigt viele Bürger

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Das Fahrradfahren auf dem Tibarg ist seit über sechs Jahren offiziell erlaubt und ein Thema, das polarisiert: Was die Radfahrer freut, ist für einige Fußgänger, Tibarg-Besucher und Anwohner ein großes Ärgernis.

„Seit der Radfahrgenehmigung gab es viele, teils sehr unterschiedliche Ereignisse, die diese sofort wieder hätten aufheben müssen“, meint beispielsweise Leser Jürgen Stauff: „Nicht nur an den Markttagen, sondern täglich zur Mittagszeit werden viele Besucher durch uneinsichtige, rücksichtslose Radfahrer behindert, belästigt und mitunter sogar gefährdet.“ In der Corona-Zeit mache sich dies besonders bemerkbar, da ein Mindestabstand so nicht eingehalten werden könne. „Für die Fußgänger, besonders ältere Menschen und Kinder, ist es nicht attraktiv, um nicht zu sagen gefährlich, von vielen zu schnellen Radfahrern dicht überholt zu werden“, meldete sich auch Niendorferin Barbara Schreiber in Reaktion auf den Wochenblatt-Artikel „Der Tibarg: Ein Stück Zuhause“: „Ich frage mich, warum eine Tibarg-Umfrage gemacht wurde, wenn der dringlichste Wunsch der Besucher, nämlich ein Fahrverbot für Radfahrer, mit der Begründung der sonst fehlenden Attraktivität abgeschmettert wird?“

„Ich kann die Besorgnis nachvollziehen, denn leider gibt es hier tatsächlich immer mal wieder Raser und Rowdys“, so Tibarg-Quartiersmanagerin Nina Häder. Dieses rücksichtslose Verhalten würde jedoch auch ein Radfahrverbot nicht ändern, denn Raser habe es auch in der Zeit vor der Erlaubnis gegeben. „Viele Menschen befürworten zudem die Radfahrfreigabe“, so Häder weiter. Dafür spreche bereits die sehr gute Nutzung der vorhandenen Fahrradbügel vor Ort. „Auch der Attraktivitätsfaktor spielt eine Rolle: Die relativ große Distanz zwischen Tibarg Center und südlichem Tibarg beispielsweise bewältigen viele Menschen mit dem Fahrrad viel eher.“ Zwar befürworten der BID Tibarg II sowie die Arbeitsgemeinschaft Tibarg (AGT) das Radfahren in der Fußgängerzone, eine mögliche Änderung kann jedoch nur die Polizei veranlassen. „Es gibt aber keine konkreten Anlässe, die die Aufhebung der Freigabe für den Radverkehr rechtfertigen“, so Thomas Piper, Leiter Prävention und Verkehr beim Polizeikommissariat 24. Bislang liege weder eine Unfall- noch eine offizielle Beschwerdelage vor. „Aktuell besteht aus unserer Sicht daher kein Handlungsbedarf.“ kh

Das sagt die Straßenverkehrsordnung (StvO):
Ist das Radfahren in einer Fußgängerzone durch ein Zusatzzeichen erlaubt, muss der Radverkehr Rücksicht nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müssen Radfahrer absteigen und warten. Außerdem gilt für Radfahrer das Schritttempo. Finden Veranstaltungen statt, ist das Radfahren auf dem Tibarg sogar untersagt.

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