Zuckersüß: Die Anschaffung eines Hundes sollte gut überlegt sein Foto: Sylvia Voigt / pixelio.de

Auf den Hund gekommen

Nachfrage nach Vierbeinern steigt hamburgweit an. Viele planen vorausschauend

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Alltagsbegleiter, Familienmitglied, Therapeut und Fenster zur Außenwelt – der Hund nimmt einen immer höheren sozialen Stellenwert ein. Als Haustier wird er auch in unseren Stadtteilen immer beliebter.

Die Anmeldezahlen im Hamburger Hunderegister zeigen es deutlich: 2019 wurden über 89.000 Hunde gezählt, während es 2012 „nur“ knapp 60.000 waren. Im Bezirk Eimsbüttel gab es im vergangenen Jahr 11.226 angemeldete Hunde. Dies entspricht einer Zunahme von fast 50 Prozent in den letzten sieben Jahren. Ob durch die Corona-Einschränkungen nun noch mehr Menschen auf den Hund kommen, kann aktuell noch nicht beantwortet werden. „Die Hundezahlen in unserem Bezirk steigen – und das gefühlt unabhängig von Corona“, sagt Kay Becker, Pressesprecher im Bezirksamt Eimsbüttel.

Auch Frank Weber, Leiter des Franziskus-Tierheims in Lokstedt erkennt aktuell eine höhere Nachfrage: „Viele hatten in den letzten Wochen Zeit, sich mit dem Thema Hund zu beschäftigen.“ Sein positiver Eindruck: „Die Menschen, die momentan zu uns kommen, haben ein tatsächliches Interesse an einem Haustier.“ Rückgaben von Tieren habe es während der Corona-Zeit – mit Ausnahme von zwei Wellensittichen – übrigens nicht gegeben. Da zusätzlich auch keine Tiere aus dem Ausland geholt werden konnten, bedeutet dieser Umstand aber auch, dass es im Tierheim aktuell weniger Hunde gibt. „Natürlich klären wir vorher gründlich ab, ob die neuen Besitzer auch langfristig Zeit für den Hund haben“, betont Frank Weber: „Ich kann nur hoffen, dass die Menschen die Entscheidung für einen Hund jetzt nicht spontan treffen, sondern vorausschauend planen“, ergänzt Peter Dominiak, zertifizierter Gehorsamsprüfer der Schnelsener Hundeschule 4ourway. Er selbst hatte infolge der Einschränkungen keine größere Nachfrage. Das liege aber auch daran, dass Gehorsamsprüfungen zur Befreiung von der allgemeinen Anleinpflicht nicht stattfinden konnten. „Dafür waren die Voraussetzungen aufgrund der mangelnden Konfrontationsmöglichkeiten auch nicht optimal“, meint der Hundeexperte. Schließlich geht es dabei um die Überprüfung, ob der Besitzer seinen Hund im „normalen“ Alltag unter Kontrolle hat. kh

Wo Hunde frei laufen dürfen
In Hamburg gilt die allgemeine Anleinpflicht für Hunde. Ohne Leine dürfen Hunde nur auf ausgewiesenen Hundeauslaufzonen laufen. In Niendorf gibt es vier Freilaufflächen, die größten befinden sich am Rahweg und im Niendorfer Gehege. Schnelsen hat eine Hundezone im Wassermannpark, in Lokstedt gibt es keine.
Wer mit seinem Hund eine Gehorsamsprüfung gemäß §4 Hundegesetz ablegt, erhält eine Leinenbefreiung. Diese gilt allgemein auf Straßen, Verkehrsflächen sowie auf ausgewiesenen Wegen und Rasenflächen in öffentlichen Grünanlagen, darunter in der Parkanlage Vossbarg in Niendorf Nord oder Nähe der Grelckstraße in Lokstedt. Weitere Infos unter www.hamburg.de/eimsbuettel/eimsbuettel-hundefreilauf/

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