Diese schöne Aufnahme von den jungen Waldohreulen in Niendorf gelang Anwohnerin und Hobbyfotografin Sabrina Romano Foto: Sabrina Romano

Vor der Kamera zum Scherzen aufgelegt

Die Waldohreulenkinder rufen nach ihren Eltern – nicht nach Hilfe!

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Wenn es in Niendorf dunkel wird, sind sie weithin zu hören: In den Bäumen einer Wohnanlage Nähe Tibarg zieht gerade ein Waldohreulenpaar seine Jungen groß.

Vier oder fünf Eulenkinder wurden von Anwohnern zuerst gehört und dann auch gesichtet. Dass die so einen Radau machen, hat vor allem einen Grund: „Das sind Kontaktrufe mit den Eltern. Die Jungen haben einerseits Hunger, auf der anderen Seite werden sie jetzt flügge und halten so Kontakt mit ihren Eltern“, sagt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die Eltern finden so ihre Kinder wieder.

Dieses Jahr ist nach Aussage des Experten ein gutes Eulenjahr. „Das liegt daran, dass wir im vergangenen Jahr so eine große Mäusepopulation (Hauptnahrungsquelle der Eule, Anm. der Red.) hatten. Der Fachmann nennt das ‚Räuber-Beute-Beziehung‘. Wenn es – wie im vergangenen Jahr – viele Mäuse gibt, gibt es im Folgejahr auch viele Eulen“, so Sommerfeld.

Wer eine junge Eule mal unter einem Baum auf der Erde sitzend findet, lässt sie am besten sitzen, denn in den allermeisten Fällen wird die Jungeule in der Nacht von den Alttieren weiter gefüttert. „Also bitte nicht die Eule einfangen und zu einer Wildtierstation fahren. Dies ergibt nur Sinn“, sagt Sommerfeld, „wenn deutlich erkennbar ist, dass die Eule so geschwächt ist, dass sie nicht mehr lange überleben würde.“ cc

Steckbrief Waldohreule:
>‰ Größe: 36 cm
>‰ Spannweite: 95 cm
>‰ Gewicht: 250 bis 300 g
>‰ Brutzeit: März–April
>‰ Brutdauer: 27–28 Tage
>‰ Gelegegröße: 4–6 Eier
>‰ Die Jungen verlassen nach drei Wochen den Horst,
mit fünf Wochen fliegen sie
>‰ Höchstalter: 28 Jahre in freier Natur

Infos sowie Tonaufnahmen von Eulenrufen:
www.eulen.de/unsere-eulen/waldohreule

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