Diese Falkenfamilie bewohnt einen Kasten an der Straße Niendorfer Gehege, wo die Feldmark schon zu Eidelstedt gehört Foto: Torben Rust

Turmfalken brüten wieder im Stadtteil

Ansiedlungsprojekt des Naturschutzbundes läuft erfolgreich

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Über mindestens 15 junge Turmfalken im Hamburger Nordwesten freuen sich die Aktiven aus der Naturschutzbund-Bezirksgruppe.

Vor vier Jahren hatten die Nabu-Ehrenamtlichen mit der Hilfe von Stromnetz Hamburg Turmfalkenkästen in mehreren Hochspannungsmasten angebracht, und nun hat sich ein richtig guter Bruterfolg eingestellt. Torben Rust vom Nabu: „Inzwischen sind es schon mindestens drei Brutpaare.“

An der Straße Niendorfer Gehege zeigten sich bisher sechs Jungvögel, am Modellflugplatz fünf und am Vielohweg vier. An einem weiteren Falkenkasten am Brookgraben war ein Altvogel zu sehen. Ob dort ebenfalls Jungvögel im Kasten sind, ließ sich bisher noch nicht feststellen.

Der Turmfalke steht seit 2018 in Hamburg auf der Roten Liste der stark gefährdeten Tierarten. Er hat es heutzutage schwer, Nistgelegenheiten in Kirchtürmen zu finden, weil zum Beispiel Kirchtürme wegen zu vieler Tauben abgedichtet werden. Ein guter Ersatz sind Hochspannungsmasten mit witterungsbeständigen Holzbeton-Kästen.

Der Turmfalke, der gern Wühlmäuse jagt, liebt offe-ne Landschaften, wo er für das Erspähen seiner Beute Hecken, einzelne Bäume und Pfähle nutzt, doch diese werden immer seltener und die Landschaften immer monotoner. Bei der Jagd ist er leicht zu erkennen, denn er „steht“ mit schnellem Flügelschlag und breit gefächertem Schwanz in der Luft („Rüttelflug“).

Die Turmfalkenkästen hat der Nabu mit Spendengeldern aus den „Was singt denn da“-Rundgängen finanziert. Partner bei der Aktion ist der Netzbetreiber Stromnetz Hamburg, der beim Installieren der Kästen drei Mitarbeiter für die Arbeiten hoch über der Feldmark abgestellt hatte. bk

Die Stromnetz Hamburg- Mitarbeiter René Foitzik, Holger Eifler und Jörg Albern haben die Falkenkästen in Hochspannungsmasten aufgehängt Foto: bk

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