Das Landschaftsschutzgebiet am Vielohweg ist als Friedhof vorgesehen Foto: mf

Eine neue letzte
Ruhe in Schnelsen

Jüdischer Friedhof am Vielohweg geplant

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Das großzügige Landschaftsschutzgebiet zwischen der Autobahn im Westen und dem Vielohweg im Süden soll künftig in einen Friedhof verwandelt werden. Aktuell wird die Fläche vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

„Für den nordwestlichen Bereich Hamburgs werden die Belegungskapazitäten einiger Friedhöfe in Kürze erschöpft sein, sodass die Schaffung eines neuen, stadtteilbezogenen Friedhofs notwendig ist“, heißt es als Begründung im Bebauungsplan Schnelsen 63 von 1981. Nach Prüfung möglicher Flächen in Niendorf und Schnelsen habe sich die im Vielohweg am geeignetsten erwiesen: „Die Größe der Fläche, die gut an das Verkehrsnetz angebunden ist, entspricht dem zu erwartenden Bedarf.“ Vorgesehen ist auch Platz für ausschließlich friedhofsbezogenes Gewerbe wie Gärtnerei, Steinmetz oder Restaurant. Rund 40 Jahre später hat sich die Planung für die 27 Hektar große Fläche konkretisiert.

Laut Behörde für Umwelt und Energie (BUE) sollen hier künftig insbesondere jüdische Bestattungen ermöglicht werden: „Der Jüdische Friedhof in Ohlsdorf wird wie jeder jüdische Friedhof zu gegebener Zeit nach vollständiger Belegung geschlossen. Die Ruherechte werden beim jüdischen Glauben nicht nur für 25 Jahre, sondern auf ‚ewig‘, mindestens für 100 Jahre vergeben. Insofern muss eine bisher unbelegte Fläche beispielsweise für jüdische Bestattungen reserviert werden. Ebenso kann es aufgrund der zunehmenden Zahl von Migranten erforderlich werden, auch für andere Religionen Flächen vorzuhalten, die auf bestehenden Friedhöfen nicht unterzubringen sind“, erläutert BUE-Sprecher Björn Marzahn. Nach Auskunft der BUE finden jedes Jahr rund 50 Bestattungen auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf statt, für die im Gegenzug aber keine neuen Grabstellen frei werden.

Ökologische Insel
Die BUE betont außerdem die mögliche ökologische Aufwertung der Fläche als Friedhof, der auch eine Erholungsfunktion übernehmen würde. Friedhöfe seien Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere und bildeten ökologisch wertvolle Inseln in der Stadt. Außerhalb der Grabflächen kämen auf Hamburgs Friedhöfen zahlreiche wild wachsende Farn- und Blütenpflanzen vor, von denen einige Arten auf der Roten Liste stünden. Die Planung ist mittel- bis langfristig angelegt. Konkrete Termine für die Umsetzung gibt es laut BUE derzeit noch nicht. mf

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