Enten und Gänse sind eigentlich Wildvögel, deren natür-liche Verhaltensweise durch Fütterung abtrainiert wird. Auch der natürliche Flucht-instinkt gegenüber den Menschen (und unden) geht verloren

Brot gehört nicht in die Ente!

Warum es nicht gesund ist Wildvögel zu füttern

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„Wasservögel ernähren sich von Wasser- und Uferpflanzen, Muscheln, Schnecken und kleineren Fischen“, sagt Marco Sommerfeld, Leiter der NABU Vogelschutzstation in Hamburg. Auch wer Gans, Eider- oder Stockente (gerade jetzt oft mit einer Handvoll flauschiger Küken im Gefolge) etwas Gutes tun möchte, füttere sie besser nicht. Schon gar nicht mit Brot, betont Sommerfeld, da die Fütterung für die Gesundheit der Vögel besonders gefährlich sei.

Auf das Thema aufmerksam geworden ist Schnelsenerin Stefanie Laubert. Sie hatte bei einem Spaziergang beobachtet, dass rund um das Regenrückhaltebecken Schnelsener Moor größere Mengen Weißbrot im Wasser und an den Böschungen verteilt worden waren. „Enten und andere Wasservögel vertragen keine salzhaltige Nahrung wie etwa Brot. Brot ist keine artgerechte Nahrung und führt dazu, dass die Vögel zu dick werden und die Organe verfetten. Aufgrund der einseitigen Brotdiät entwickeln sie Mangelerscheinungen“, erklärt der Experte des NABU. Die Fehlernährung mache sie anfälliger für Krankheiten, wie zum Beispiel „Botulismus“ (siehe Infokasten).

Außerdem würden Teile des Brots immer auch auf den Grund sinken und es käme zu einer Überdüngung des Wassers, so Sommerfeld. Die Folge: Der vermehrte Nährstoffeintrag führe zu einem verstärkten Algenwachstum in den Gewässern.

Sein Rat: „Indem Sie auf das Füttern der Wasservögel verzichten, helfen Sie mit, das empfindliche Gleichgewicht unserer Gewässer zu erhalten und Sie verhindern gleichzeitig, dass Ratten- und Taubenplagen entstehen.“ cc

BOTULISMUS – TÖDLICHE GEFAHR FÜR WASSERVÖGEL
Immer wieder kommt es zu Massensterben unter Wasservögeln durch Botulismus. Verursacht wird die Erkrankung durch ein bakterielles Nervengift, welches entsteht, wenn im Gewässer hohe Temperaturen, Sauerstoffmangel und ein großes Nährstoffangebot vorhanden sind. Das regelmäßige Füttern lockt zu viele Wasservögel an. Ihr Kot und die Brotreste lagern sich auf dem Gewässergrund und am Ufer ab und werden im Sommer zum idealen Nährboden für den Botulismus-Erreger. Die Tiere nehmen das Gift bei der Nahrungssuche auf, werden gelähmt und ersticken – oft erst nach einigen Tagen – qualvoll bei vollem Bewusstsein. (NABU)

Nicht nur Brotreste,
sondern auch die
Verpackungen werden im
Schnelsener Moor gern
liegen gelassen

 

Im Wasser und an den Böschungen liegen immer wieder größere Mengen Weißbrots Fotos: cc

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