Am Ende des Weges soll bald ein neuer Park einladen Foto: mf

Historisches Grün in
Lokstedt erhalten

Neue Kleingärten nur unter Vorbehalt erwünscht

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Naturräumliches Kleinod oder Anlage eines Parks mit
Kleingärten? Über die Zukunft des ehemaligen Amsinck-Grundstückes
an der Stellinger Chaussee wird derzeit diskutiert.

Am Amsinckpark, hinter der Grundschule Hinter der Lieth und Kleingärten, liegt ein rund 10.000 Quadratmeter großes Grundstück mit alten Bäumen und dem ehemaligen Kutscherhaus der Familie Amsinck wie im Dornröschenschlaf. Das Bezirksamt plant hier eine Parkanlage mit möglicherweise 21 neuen Kleingartenparzellen (das Wochenblattt berichtete). Sowohl die Koalition aus CDU und Grünen sowie die SPD möchten die Grundstücke aber als „naturräum­liche Kleinode“ erhalten. Hier sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu Hause. Neben Fledermäusen hat sogar ein Waldkauz seinen Schlafplatz in einer alten Buche. Im Regionalausschuss Anfang der Woche wurden die Anträge der Fraktionen abgestimmt. Die SPD möchte die alten Bäume erhalten und lehnt den Bau von Kleingärten generell ab, die Koalition steht diesen offener gegenüber. Sebastian Dorsch von der Grünen-Fraktion betonte, dass nicht nur die Bäume, sondern der ganze Naturraum erhalten werden soll: „Da ist viel gewachsen über Jahre und Jahrzehnte.“ Einzelne Gartenparzellen im Randbereich seien aber nicht vollständig ausgeschlossen. Der Antrag der Koalition wurde mehrheitlich angenommen.

Kein geschütztes Grün
Zwischen Senat und Nabu besteht zwar eine Vereinbarung „Hamburgs Grün erhalten“, doch geschützt ist die Grünfläche an der Stellinger Chaussee dadurch nicht. Da die beiden Grundstücke als Wohngrundstücke genutzt wurden und aktuell noch werden, zählen sie laut Bezirksamt weder als „vorhandene Parkanlagen“ noch als übergeordnete Grünachsen. „Daher sind sie durch ,Hamburgs Grün erhalten‘ nicht als Bestandsgrün geschützt“, erklärt das Bezirksamt auf eine Anfrage der Grünen. Das Bezirksamt Eimsbüttel möchte mit der Planung die Grünverbindung aufwerten, die vorhandene Wegeverbindung zügiger gestalten und eine Verbindung zum Schulgelände und zum Amsinckpark herstellen. „Grünstrukturen von besonderem ökologischen Wert“ sollten laut Bezirksamt aber erhalten bleiben. Das Bezirksamt verweist darauf, dass sich die Flächen im „Qualifizierungsprogramm Grünes Netz Hamburg“ befänden und „als Potenzialfläche für die Qua-lifizierung bzw. Ergänzung des Grünen Netzes genannt“ würden. Dies steht der Bewahrung der naturräumlichen Kleinode entgegen. mf

Das historische Kutscherhaus soll abgerissen werden Foto: mf

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