Blick von der Frohmestraße Richtung Norden auf die KleingärtenGrafik: POLA Landschaftsarchitekten GmbH

Tomaten ernten
auf dem Deckel

Das erwartet die künftigen Kleingärtner in Schnelsen

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Während der Autobahnverkehr unten im Tunnel verschwindet,
werden darauf bald Tomaten, Bohnen und Johannisbeeren gepflanzt und
geerntet. Im Zuge der Begrünung des Schnelsen-Deckels entstehen hier
auch 42 Parzellen für Kleingärten. Die Nachfrage ist überdurchschnittlich groß.

„Bei der Vergabe bevorzugen wir zunächst jene Kleingärtner, deren bisherige Flächen aufgrund des A-7-Ausbaus geräumt wurden“, sagt Roger Gloszat vom Verein Landesverbund der Gartenfreunde in Hamburg. Bislang sind gut 100 Bewerbungen für alle Hamburger Deckel-Gärten eingegangen, Plätze seien jedoch noch nicht vergeben. „Da erfahrungsgemäß einige Bewerber wieder abspringen, ist auch jetzt noch eine Bewerbung möglich.“

Kleine Oasen
Die künftigen Deckelkleingärtner erwarte eine Parzelle mit einer durchschnittlichen Größe von 254 m², so Kay Becker, Sprecher des Bezirksamts Eimsbüttel, das für die Neugestaltung der Deckeloberfläche mit verschiedenen Freiraumnutzungen zuständig ist. Neben einem Park mit Picknickwiese, einer Esplanade sowie einem Quartiersplatz werden die Kleingärten harmonisch in das Gesamtkonzept integriert.

Zusätzlich zum ansprechenden Umfeld profitieren die Kleingärtner von einem schadstoff- und altlastenfreien Boden. Unter den Parzellen ist ein Bodenaufbau von 1,20 Metern geplant, der für Pflanzenwurzeln komplett verfügbar ist. Störende Trennschichten, zum Beispiel aus Vlies, sind nicht vorgesehen. Außerdem wird auf künstliche Leichtbausubstrate verzichtet.

Aktuell werden Regularien für die neuen Pachtverträge ausgearbeitet. Neben gängigen Vorgaben, zum Beispiel der Begrenzung der Laubenhöhe, wird es auch spezielle „Deckel-Vorschriften“ geben. „Eingeschränkt sind unter anderem die Bepflanzungstiefe sowie das Bebauungsgewicht. Schwere Steinmauern dürfen beispielsweise nicht angelegt werden“, erklärt Roger Gloszat. „Grundsätzlich sind die Kleingärtner in der Gestaltung ihrer Parzelle aber frei.“

Wie es sich dann wirklich anfühlt, unmittelbar über dem rauschenden Verkehr entspannt im Garten die Natur und Ruhe zu genießen, werden die Kleingärtner selbst beurteilen müssen – frühestens im Herbst 2021, wenn die Begrünungsmaßnahmen abgeschlossen sind. kh

Aktueller Blick auf den A-7-Deckel: Bis hier Obst und Gemüse geerntet werden können, dauert es noch etwa 1,5 Jahre Foto: kh

Bewerbungen Deckel-Kleingärten:
Landesbund der Gartenfreunde Hamburg e. V.,
Fuhlsbütteler Straße 790 22337 Hamburg
info@gartenfreunde.de

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