Lernen mit Abstand: So dürfte es in den Klassenräumen aussehen Grafik: gettyImages

„Die Planung war
ein Kraftakt“

So organisieren Schulen den Präsenzunterricht

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Seit Montag dürfen alle Schüler wieder in die Schule –
allerdings nur an einzelnen Tagen, in kleinen Lerngruppen
und unter strengen Abstands- und Hygieneregelungen.
Für die Schulen ist dies eine enorme logistische Herausforderung.

Die Vorgabe von Schulsenator Ties Rabe war klar: Alle Schüler der bislang fehlenden Klassenstufen können nach den Maiferien wenigstens einmal pro Woche mindestens für fünf oder sechs Unterrichtsstunden in den schulischen Präsenzunterricht. Für die Schulen begann damit ein kompliziertes Austüfteln aller erdenklicher Optionen, schließlich dürfen sich maximal 15 Kinder in einem Klassenraum aufhalten: „Die Planung war ein Kraftakt und hat viel Zeit und Nerven gekostet“, sagt Sabine Güldenpfennig, Schulleiterin am Gymnasium Bondenwald. Durch die Teilung der Klassen bedeute das für die Lehrer in einigen Fächern ein Plus an Unterrichtszeit, einzelne Fächer müssen zudem fachfremd besetzt werden.

Behördenvorgaben umgesetzt
Letztlich konnten die Behördenvorgaben aber umgesetzt werden. So auch an der Stadtteilschule Niendorf: Hier hat jede Lerngruppe (jeweils die Hälfte einer Klasse) zweimal wöchentlich für 2,5 Zeitstunden schulischen Unterricht. Diese Lerngruppen kommen und gehen jeweils zeitversetzt im 15-Minuten-Takt.

Auch an der Julius-Leber-Stadtteilschule in Schnelsen beginnt der Unterricht jeweils zeitversetzt, sodass nicht unnötig viele Schüler aus den Parallelklassen aufeinandertreffen. „Wir haben uns für geblockten Unterricht entschieden“, so der stellvertretende und kommissarische Schulleiter Peter Bulicke. Jedes Kind habe insgesamt zwei Tage für vier Stunden Unterricht, dessen Inhalt dem jeweiligen Bedarf der Klasse angepasst werde. Zusätzlich sollen die Lehrer noch einen Projekttag organisieren.

Wie es dann im nächsten Schuljahr weitergeht, ist derzeit noch unklar. „Aktuell gehen wir davon aus, dass der Unterricht ab August auch in Lerngruppen beginnt“, meint Sabine Güldenpfennig.

Peter Bulicke mutmaßt sogar, dass Homeschooling noch längere Zeit den Schullalltag prägen wird und vielleicht sogar langfristig einmal pro Woche bestehen bleibt. Bevor die neuen Stundenpläne „gebaut“ werden, müssen alle Schulen aber zunächst die Vorgaben der Schulbehörde abwarten. kh

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