Quartiersmanagerin Nina Häder ©Fotostudio snapshotz

Deutlich belebter als die City

Interview mit Quartiersmanagerin
Nina Häder zur Situation am Tibarg

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Nach den wochenlangen Schließungen der Geschäfte
und Restaurants kehrt langsam wieder Normalität auf dem Tibarg
ein. Dennoch ist noch nicht alles beim Alten auf Niendorfs
Einkaufsmeile. Das Niendorfer Wochenblatt hat mit Nina Häder,
Quartiersmanagerin des BID Tibarg II und der Arbeitsgemeinschaft
Tibarg (AGT), über die aktuelle Situation gesprochen.

Niendorfer Wochenblatt: Alle Geschäfte haben wieder geöffnet: Wie ist die Stimmung bei den Händlern und Gastronomen?
Nina Häder: Die Stimmung bei den Händlern ist insgesamt sehr positiv. Der Tibarg profitiert derzeit von den im Homeoffice arbeitenden berufstätigen Niendorfern. Damit ist der Tibarg im Gegensatz zur Hamburger City deutlich belebter. Ein Stück Normalität ist sicherlich zurückgekehrt, insbesondere seitdem die Gastronomie wieder geöffnet hat.

NW: Sind die Niendorfer wieder in Konsumlaune?
Häder: Ja. Es gibt viele Kunden, die jetzt „ihre“ lokalen Händler unterstützen. Dennoch: Wir alle wissen, dass das Tragen der Mund-Nasen-Masken über längere Zeit eher unangenehm ist und damit dem Einkaufsvergnügen etwas im Weg steht.

NW: Was tun AGT und BID für den Tibarg und die AGT-Mitglieder?
Häder: Mein Fokus liegt aktuell darauf, unsere Mitglieder mit aktuellen Pandemie-Informationen zu versorgen. Wir stehen im ständigen Kontakt mit der Handelskammmer. Die digitale Sichtbarkeit nimmt jetzt einen höheren Stellenwert ein. Viele Händler haben Online-Shops aufgebaut oder mit Liefer- und VIP-Services Präsenz gezeigt. Diese Projekte kommunizieren wir auch über unsere Kanäle. Als neues Kreativprojekt ist in Kooperation mit der Pop-up-Gallery die Open-Air-Ausstellung TibART entstanden.

NW: Was ist mit den geplanten Veranstaltungen? Dürfen wir auf ein Tibargfest hoffen?
Häder: Alle Veranstaltungen sind bis zum 31. August abgesagt, demnach auch das Tibargfest und der Streetfoodmarket. Der Termin für den Ende September geplanten Bauernmarkt steht formal noch, wir denken aber nicht, dass er wie gewohnt stattfinden kann. Für die TibART-Schaufensterausstellung Anfang November sind wir dagegen zuversichtlich. Was mit dem Weihnachtsmarkt passiert, ist noch unklar. Gemeinsam mit den Hamburger Interessengemeinschaften kämpfen wir für eine Sonntagsöffnung am 6. Dezember als Ersatz für die ausgefallene Sonntagsöffnung im April.

NW: Ihre persönliche Meinung: Wird die Krise den Tibarg nachhaltig verändern?
Häder: Ehrlicherweise gehe ich nicht davon aus, dass in einem Jahr alles so sein wird, wie zuvor. Nicht alle Händler können die Corona-Krise überstehen. Auch auf dem Tibarg wird sie die Einzelhandelslandschaft verändern. Ich hoffe allerdings, dass sich der Tibarg langfristig als attraktiver Standort behauptet, sodass nicht Leerstände das Straßenbild prägen, sondern neue attraktive Ladenkonzepte.

NW: Vielen Dank für das Gespräch! kh

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