Gelbe Markierungen auf dem Boden erinnern die Schüler an der Grundschule Moorflagen an die Abstandsregelungen Foto: privat

Endlich wieder
zur Schule gehen

Grundschulen für die
4. Klassen geöffnet – so läuft es

Archiv| Views: 323

An den Grundschulen hat zumindest für die Kinder der
vierten Klassen der Unterricht wieder begonnen. Das Wochenblatt
hat nachgefragt, wie es unter den außergewöhnlichen
Rahmenbedingungen mit der Einhaltung der Abstands-
und Hygienevorschriften bei den Neun- bis Zehnjährigen läuft.

„Ich habe selten so strahlende Gesichter gesehen“, berichtet Schulleiterin Angelika Ebeling von der Niendorfer Grundschule Sethweg: „Die Kinder haben sich riesig gefreut, endlich wieder zur Schule gehen zu dürfen.“ Das Einhalten der Regeln klappe zudem sehr gut. Das kann auch Jennifer Urban, kommissarische Schulleiterin an der Schnelsener Schule Anna-Susanna-Stieg bestätigen: „Bei den Kindern überwiegt gerade noch die Freude. Einige sind durch die strengen Vorschriften aber auch eingeschüchtert, andere dagegen müssen wir häufiger an diese erinnern.“

Während die Abstandsregelungen durch die verringerten Klassengrößen von zehn bis elf Kindern innerhalb des Klassenraums noch relativ problemlos einzuhalten sind, wird es trotz versetzter Pausenzeiten auf dem Schulhof schon schwieriger. „Viele Aktivitäten, zum Beispiel das Fußballspielen, fallen nun weg“, sagt Urban. Daher organisiere man Bewegungsangebote, die gemeinsam, aber doch mit Abstand durchgeführt werden können.

„Für die Kinder stellt die ungewohnte Situation mit den strengen Regeln aber auch eine Belastung dar“, so Bert Biehl, Schulleiter der Grundschule Moorflagen. Damit das Einhalten funktioniere, sollen diese zu Hause mit den Eltern eingeübt werden. Außerdem werden die Regeln im Unterricht besprochen und die Kinder auch visuell daran erinnert – zum Beispiel mit klaren Abstandsmarkierungen und Richtungspfeilen auf dem Schulhof.

„Für uns ist derzeit alles eine Improvisation“, bringt es Biehl auf den Punkt. Sämtliche über Jahre eingespielte Abläufe müssen neu organisiert und bei Bedarf angepasst werden. Für die Lehrer ist der Spagat zwischen Präsenz- und Fernunterricht zudem groß. Während sie einen Teil ihrer Schüler in der Klasse unterrichten, wird für den anderen Teil der Lernstoff für das Homeschooling vorbereitet. Denn in der Schule selbst ist immer nur die Hälfte einer Klasse anwesend. Hierbei hat jede Schule ihre eigene Regelung gefunden: Teilweise findet ein wöchentlicher Wechsel, teilweise ein täglicher statt. Einige Schulen splitten sogar den Schultag. Wie es laufen wird, wenn auch die Schüler der weiteren Klassen wieder unterrichtet werden, darüber mag noch kein Schulleiter eine Einschätzung abgeben. kh

Comments are closed.