Dr. Delia Dittrich aus Niendorf im Skiurlaub in Österreich Foto: privat

„Atmung wie in einem
viel zu engen Neoprenanzug“

Interview Dr. Delia Dittrich spricht mit dem
Wochenblatt über ihre Corona-Infektion

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Corona ist in aller Munde, als Erkrankung für viele Menschen
doch irgendwie weit weg. Die Erfahrung, dass das Virus
jeden treffen kann, hat die Niendorferin Dr. Delia Dittrich
gemacht. Im Interview mit Wochenblatt- Mitarbeiterin
Katrin Hainke berichtet sie über ihre Erfahrungen mit Covid-19.

Niendorfer Wochenblatt: Frau Dr. Dittrich, wie geht es Ihnen heute?
Delia Dittrich: Sehr gut. Vergangene Woche habe ich einen Antikörpertest gemacht, der bestätigt hat, dass ich bereits Antikörper gebildet habe.

NW: Können Sie nachvollziehen, wie Sie sich infiziert haben?
Dittrich: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass ich mich im Skiurlaub in Österreich angesteckt habe. In den letzten Urlaubstagen hatte ich bereits leichte Muskelschmerzen, mich jedoch nicht wirklich krank gefühlt.

NW: Haben Sie sich deswegen testen lassen?
Dittrich: Nein, ich hatte ja keine typischen Symptome. Ausschlaggebend war vielmehr die bevorstehende Öffnung der Hausarztpraxis meines Mannes nach dem Urlaub. Da wollten wir uns absichern, dass alles okay ist. Der Test hat dann allerdings bei mir ein „positives“ Ergebnis gebracht.

NW: Wie ging es dann weiter?
Dittrich: Da wir ja aus einem Risikogebiet kamen, sind wir schon die Tage zuvor zu Hause geblieben. Danach haben wir dann 14 Tage in strengster Quarantäne verbracht.

NW: Kamen dann die typischen Krankheitssymptome?
Dittrich: Ja, aber nur leichte. Ich war schlapp und meine Atmung fühlte sich in etwa so an, als würde ich einen zu engen Neoprenanzug tragen. Auffällig war vor allem der fehlende Geruchs- und Geschmackssinn, der mich über Wochen begleitet hat.

NW: Wie beschreiben Sie rückblickend Ihre Corona-Erfahrung?
Dittrich: Ich hatte großes Glück, weil die Krankheit bei mir glimpflich verlaufen ist und weil die Rahmenbedingungen passten. Ich war mit meiner Familie daheim, Freunde haben uns unterstützt.

NW: Wie schauen Sie in die Zukunft?
Dittrich: Ich denke, man sollte Respekt vor Corona haben, aber keine Angst. Ich vertraue auf unsere fortschrittliche Intensivmedizin. Da ich von meiner Immunisierung ausgehe, kann ich etwas unbefangener sein. Dennoch halte ich mich natürlich an die geltenden Regeln.

NW: Danke für das Gespräch.

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