Wunderte sich über die zahlreichen Fahrzeuge am Goldmariekenweg in Schnelsen: Anwohner Heinrich Flügge Foto: cc

Von wegen
„schönes Wohnen“

Wie Immobilien-Betrüger Wohnungssuchende
in Schnelsen täuschen

Archiv| Views: 640

Ein Haus im Grünen, mit Garten und darüber hinaus
bezahlbar.  Davon träumen – nicht nur in Zeiten von
Corona – sehr viele Menschen. Dieses Begehren
nutzen Betrüger gern aus. Aktuell in Schnelsen­.

Bei Immonet wird ein Haus am Goldmariekenweg angeboten. Inzwischen schon mindestens zweimal, einmal für 265.000 Euro, das Wochenende darauf für nur noch 165.000 Euro. Das Haus ist seit Langem verkauft. Es wird gerade vom neuen Besitzer saniert. Die Polizei ermittelt wegen Betruges gemäß Paragraf 263 StGB.

Bundesweit die gleiche Masche

Die Bilder und Angaben wurden einer Anzeige von vor vier Jahren entnommen, sagt Anwohner Heinrich Flügge, der einen „Haustourismus“ an der Straße feststellt. Fahrzeuge, mit zwei oder mehr Personen darin führen sehr langsam durch die Schnelsener Straße und suchten die in der Anzeige angegebene Hausnummer.

Die Masche ist bundesweit die gleiche: „Mit gefälschten Immobilienanzeigen haben es die Täter immer auf das Geld oder die Daten ihrer potenziellen Opfer abgesehen“, sagt der Sprecher der Polizei Hamburg, Florian Abbenseth. Im Fall Goldmariekenweg  dauern die Ermittlungen an.

Im konkreten Fall fragten die Betrüger nach einer Kopie des Personalausweises, die die Interessenten als E-Mail-Anhang zuschicken sollen. „Das sollten Sie nicht tun!“, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg: „Mit dem Personalausweis können Betrüger Ihre Identität bei illegalen Geschäften nutzen. Gehen Sie bei der Wohnungssuche nie in Vorkasse: Bezahlen Sie niemals für eine Wohnung, die Sie noch nicht gesehen haben.“ cc

Weitere Infos zum Thema „Fake-Wohnungen im Internet“ unter Verbraucherzentrale.de

Betrug mit Wohnungsangeboten

Eine tolle Wohnung zu einem Schnäppchenpreis – ein Angebot, das zu gut ist, um wahr zu sein. Gerade bei Immobilienbörsen im Internet können Wohnungssuchende auf Betrüger hereinfallen. Die Masche läuft fast immer gleich ab: Die Scammer (engl. für Betrüger) geben sich als Engländer oder Amerikaner aus, die die zu vermietende Wohnung geerbt hätten. Oder sie erzählen, sie hätten mal in Deutschland gearbeitet und wollten die alte Bleibe nach einem beruflich bedingten Wechsel ins Ausland vermieten.

Nach einer Vorauszahlung der ersten Miete und der Kaution per Überweisung auf ein in- oder ausländisches Bankkonto oder per Bargeldtransfer sollen dem neuen Mieter die Schlüssel über den Paketdienst DHL oder eine Agentur geschickt werden. Bei Nichtgefallen könne das Geld ja später wieder erstattet werden. Doch das Geld sehen die Opfer nie wieder, und auch die Wohnung existiert häufig nicht oder gehört einem anderen Eigentümer, der vom Betrug selbst nichts mitbekommt. (cc)

 

Comments are closed.