Werkunterricht at Home

Geschickt werkeln
wie Robinson

Kreative Projekte für zu Hause der Stadtteilschule
Niendorf während der Corona-Krise

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Einen regulären Unterricht im Klassen­verband gab es in den
vergangenen Wochen nicht. Die neue und ungewohnte Situation
stellt Schüler wie Lehrer vor eine große Herausforderung. Das
Homeschooling hat aber nicht nur Schattenseiten: Es bietet auch
Potenzial für kreative Ideen, den Unterricht mal anders zu gestalten,
wie Projekte an der Stadtteilschule Niendorf exemplarisch zeigen.

Unter dem Motto „Corona macht erfinderisch“ erhielten beispielsweise die 21 Schüler des Projektkursus „Handwerk & Design“ von ihrem Projektleiter Ulrich Herzog ein Robinson-Paket. Darin enthalten waren Werkzeug sowie eine Anleitung für drei Projekte: ein Brettspiel „3 gegen Corona“, ein Koch­löffel aus Lindenholz sowie ein Glücksbringer aus Alu, die die Siebtklässler nun alleine zu Hause – wie Robinson auf einer einsamen Insel – herstellen sollten. Auf einer digitalen Pinnwand präsentieren sie jetzt ihre handwerklichen Aktivitäten und die vorzeigbaren Ergebnisse des Werkunterrichts am Küchentisch. „Die Robinsons sind mit Begeisterung dabei“, freut sich Herzog. „Was sie heute gestalten, werden sie nach der Corona-Krise als besondere Erinnerungsstücke schätzen.“

Schüler einer fünften Klasse der Niendorfer Stadtteilschule sind dagegen zu Klassen-Bloggern geworden. Täglich dokumentieren sie in individuellen Blogs ihre Lernerfolge und berichten ihren Klassenkameraden, was sie außerhalb der schulischen Aufgaben tun und was sie gerade beschäftigt. In der Parallelklasse wurden dagegen in einem digitalen Brainstorming-Tool Ideen zu der Frage gesammelt, ob Seife tatsächlich besser Viren unschädlich machen kann als Desinfektionsmittel.

Video ist zu festem Ritual geworden
Bereits seit dem ersten Tag der Schulschließung gibt es in einer weiteren fünften Klasse täglich ein Begrüßungsvideo, in dem der Klassenlehrer die Aufgaben des Tages vorstellt, Tipps und Hilfestellungen gibt sowie etwas aus dem eigenen Alltag erzählt. „Das Video ist für meine Schüler bedeutsam und für mich zu einem festen Ritual geworden. Die Eltern berichten, dass ihre Kinder morgens schon gespannt darauf warten“, freut sich der Lehrer Marcus von Amsberg.

Dass die unterschiedlichen Ansätze des alternativen Lernens und Arbeitens auch nach Corona-Zeiten künftig den Unterricht beeinflussen, ist gut vorstellbar. Die persönlichen Kontakte und das gemeinsame „analoge“ Lernen im Klassenraum können und sollen sie natürlich  nicht ersetzen. kh

Die Materialien für die Robinson-Pakete Fotos: privat

 

Tolles Ergebnis: Das Brettspiel hat ein Schüler für den Unterricht zu Hause allein hergestellt

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