„Trotz Corona – wir halten die Erinnerung wach“, sagt Gemeindepädagogin Marion Voigtländer Foto: bk

Erinnerung an
ermordete Kinder

In Corona-Zeiten nur eine kleine Gedenkfeier

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Eine grausame Unrechtstat jährt sich in dieser Woche zum
75. Mal: der Mord an den Kindern vom Bullenhuser Damm,
deren Namen viele Schnelsener Straßen und Institutionen tragen.

Wegen Corona gab es nur eine kleine Gedenkfeier auf dem Roman-Zeller-Platz. Dafür hatte die Kirchengemeinde Schnelsen wie in jedem Jahr eine Klagemauer errichtet, die an die Ermordeten erinnern soll. Mit dabei waren Pastor Hans Michaelis, Gemeindepädagogin Marion Voigtländer, Kirchenmusikerin Gudrun Kühn-Hoppe und Bundesfreiwilligendienstler Tobias Blum. Verzichtet werden musste auf die Teilnahme von Schnelsener Viertklässlern, Vertretern der Schnelsener Institutionen und von Familienangehörigen der Ermordeten.

In der Nacht zum 21. April 1945 hatte die SS in Rothenburgsort 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene ermordet. Vorher waren an den Kindern grausame pseudomedizinische Experimente durchgeführt worden. Dass die Morde überhaupt bekannt wurden, ist dem Journalisten Günter Schwarberg zu verdanken. Seit 2014 trägt ein Weg in Schnelsen seinen Namen.

Für jedes der Kinder wurde an der Klagemauer eine Kerze angezündet und ein beschrifteter Stein abgelegt. Die Klagemauer mit den Porträts der Kinder steht noch bis Freitag, 24. April auf dem Roman-Zeller-Platz. Wer mag, legt dort eine Blume ab, schreibt seinen Namen mit Kreide auf das Pflaster oder malt ein Bild. bk

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