Bei starken Regenfällen gehen die Grundstücke und Kellerräume der Brüder Thies (li.) und Axel (r.) Thiemann aus Schnelsen regelmäßig „baden“ Foto: mmh

Was heißt „Ad-hoc-
Maßnahme“?

Am Ree Regenwasser-Problem nicht gelöst

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In der Schnelsener Wohnstraße Am Ree haben die Anwohner bei starken Regenfällen immer wieder mit Überflutungen ihrer Grundstücke zu kämpfen. Im November 2019 gab es mit den Betroffenen und dem Bezirksamt Eimsbüttel einen Vor-Ort-Termin. Das Wochenblatt fragt nach dem aktuellen Stand.

Dezember 2019: Nach knapp einem Monat sind die ausgebesserten Nebenflächen bereits wieder ausgespült Foto: privat

Seit dem Treffen im November mit Bezirksamtsmitarbeitern warten die Brüder Axel und Thies Thiemann auf die vom Bezirksamt zugesagten „Ad-hoc-Maßnahmen“ zum Schutz ihrer Grundstücke. Zwar wurden zwischenzeitlich vor den Grundstücken im Heckenbereich die Gehwege durch kleinere Aufschüttungen aus einer Grandmischung erhöht, doch das reiche nicht aus, so Thies Thiemann. „Die Aufschüttungen wurden durch Regen nach und nach wieder ausgespült. Zudem fließt das Regenwasser jetzt stärker durch die Gartenpforte auf unser Grundstück. Denn hier wurde am Gefälle von der Straße nichts verändert“, sagt Thiemann. Ein weiteres Problem sei laut den Thiemann-Brüdern der Zustand der öffentlichen Gräben, die in den vergangenen Jahren kaum gepflegt und nun teils verschüttet sind. Da die Fahrbahn höher liegt als viele Grundstücke, fließt das Regenwasser von der öffentlichen Straße in die Gärten und in die Keller.

„Wir hoffen, dass das Bezirksamt seine Zusagen einhält. Auf eine Antwort meiner Nachfrage warte ich seit Ende Januar“, so Axel Thiemann. Auf Wochenblatt-Nachfrage sagt Bezirksamtssprecher Kay Becker: „Wir arbeiten Beschwerden bezüglich Schlaglochsanierung nach Priorität ab, wichtigstes Kriterium sind dabei Gefahrenstellen. Der von Herrn Thiemann angesprochene ,Wasserproblemfall‘ hat keine erste Priorität.“ Die angekündigten Reinigungen und die Schlaglochsanierung seien ausgeführt.

Mit Blick auf die bisherigen Bautätigkeiten im direkten Umfeld der Thiemanns erklärt Becker weiter: „Auf weitere Maßnahmen wurde im Vorwege bewusst verzichtet, da in diesem Bereich noch Baustellenverkehr zu erwarten war. Derzeit werden die Wiederherstellungsarbeiten der Baustellenzufahrt und Einrichtungsflächen mit dem Bauherren vereinbart und eine Kostenschätzung der Arbeiten erstellt. Hier wird erst beauftragt, wenn die Vorauszahlung des Bauherren eingegangen ist. Im Zuge dieser Arbeiten werden weitere Ad-hoc-Maßnahmen durch den Bezirk zur Verbesserung der Wasserführung ausgeführt. Wir können verstehen, wenn die Anwohner noch nicht zufrieden sind, bitten aber um Verständnis, dass wir derzeit nicht mehr tun können.“ (mmh)

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