„Erst mal abwarten wäre gut“ – wünscht sich Martina Polle, Geschäftsführerin des Freizeitzen-trums Schnelsen Foto: privat

„Solidarität mit Künstlern“

Coronavirus-Krise trifft Stadtteil-
und Bürgerhäuser schwer

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Alle kulturellen Einrichtungen in Hamburg sind durch die Schließungen wegen des Coronavirus auch finanziell schwer getroffen. Auch das Freizeitzentrum Schnelsen (FZS), das Berenberg Gossler Haus in Niendorf und das Bürgerhaus Lokstedt mussten bis zum 30. April alle Veranstaltungen und Kurse wegen der Corona-Krise absagen. Wir haben Martina Polle, Geschäftsführerin des FZS, zur Situation befragt.

Niendorfer Wochenblatt: Alle Vorstellungen und Kurse im FZS mussten verschoben
oder abgesagt werden. Wie reagieren Kulturinteressierte und Kursteilnehmer?
Martina Polle: Der Großteil der Besucher*innen des FZS hat bis jetzt sehr verständnisvoll und solidarisch reagiert.

NW: Was sagen Sie denen, die zu Ihnen kommen?
Polle: Im Moment kommt keiner mehr persönlich ins FZS. Wir haben aber Kontakt per Telefon oder Mail. Wir erklären jedem, dass alle Eintrittskarten ihre Gültigkeit behalten, sobald es Ersatztermine gibt und wir werden versuchen, die ausgefallenen Kursstunden, sofern möglich, nachzuholen.

NW: Was passiert, wenn jetzt alle ihre Kurse stornieren, ihr Geld zurückhaben wollen?
Polle: Dann fehlen uns die finanziellen Mittel, zum Beispiel den Kursleiter*innen ihre Honorare zu zahlen oder die laufenden Betriebskosten des FZS zu decken. Wir gefährden damit die Existenz der Künster*innen und Kursleiter*innen. Das FZS macht Kultur für alle Menschen möglich und das soll bitte auch in Zukunft so bleiben.
 
NW: Sie sagen, die Menschen zeigen sich zurzeit sehr solidarisch. Wie können sie Ihnen und
dem Freizeitzentrum am besten helfen?
Polle: Indem sie die Menschen unterstützen, die ihnen in den letzten Jahren so viel Freude und unbeschwerte Stunden geschenkt haben. Es wäre gut, wenn alle gemeinsam mit uns zunächst abwarten könnten, wie sich die Lage entwickelt und möglichst nicht gleich die Kursgebühren oder Eintrittskartenpreise zurückfordern. Viele Kulturschaffende und Kursleiter stehen sonst schnell vor dem finanziellen Aus. Wenn wir deren Honorar zunächst noch zahlen könnten, wäre das eine großartige Sache. cc

 Infos rund um die Entwicklungen im FZS gibt
es auch im Internet oder im Newsletter unter
www.fz-schnelsen.de

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