In Zeiten der geschlossenen Sportvereine: Wie funktioniert Home Training?

Home Training – Ein Selbstversuch

Wochenblatt-Mitarbeiterin Corinna Chateaubourg
macht das Wohnzimmer zum Übungsraum

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Das Sofa an die Wand geschoben, der Glastisch gesichert und die Topfpflanze auf die Fensterbank gehievt: Zeit für ein „Home Training“, mein erstes. Seit mehr als drei Wochen sind nach Entscheidung des Hamburger Bürgermeisters auch die Sportvereine geschlossen, dem Coronavirus sei Dank.

Wozu die Mitgliedschaft beim lokalen Sportverein, wenn keine Kurse stattfinden? Falsch gedacht: Außer dass jeder natürlich solidarisch „seinem“ Verein die Treue hält, gibt es jetzt auch beim lokalen Sportverein einige Online-Kurse online gratis – oder für die Mitgliedsgebühr, wie man es nimmt. Aber kann das Gehopse vorm Laptop (oder Fernseher) das Fatburner-Training am Dienstagabend bei Meike annähernd ersetzen?

Die Familie guckt irritiert, die Katze sucht das Weite, als die Isomatte von 1996 aus dem Keller geholt und im Wohnzimmer ausgerollt wird. An erster Stelle der möglichen „Kurse“ steht auf der Homepage des Vereins „Ninas HIIT High Intensity Interval Training – Teil 1“. Ein letztes Training ist jetzt schon etwas her, Anfang März waren ja auch noch die Hamburger Frühjahrsferien, aber 20 Minuten müssen doch locker zu schaffen sein.

Motivation online
Irgendwo in ihrem Keller – so sieht es jedenfalls aus – hat Trainerin Nina ihre Matte ausgerollt und spricht jetzt mit der Kamera. Sie wärmt sich und die Zuschauer auf, sie trainiert, sie moti-viert, sie dehnt. Nach 20 Minuten ist es erst mal vorbei. Man könnte jetzt noch Teil Zwei machen. Ein Cool-Down-Angebot kann ich (noch) nicht finden. Und wie war es? Der Teppich ist verrutscht, das Gesicht ist gerötet und es riecht ein bisschen muffig im Wohnzimmer. Muskelkater gibt’s auch, Home Training ist also besser als nichts.

Aber irgendwie weiß ich jetzt, warum ich sonst gern zur Schulsporthalle fahre und mit vielen Kursteilnehmer*innen und einer „echten“ Trainerin Sport mache. Trotz des Turnhallen-Ambientes ist dort mehr Stimmung, irgendwie.

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