Für die Hirschkühe im Wildgehege gibt es künftig einen Rückzugsort Foto: Anne Oschatz

Hochzeitsgang für
Rehe in Planung

Das Wildgehege wird erweitert

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Zur Verbesserung der artgerechten Haltung und Anpassung
an rechtliche Vorgaben wird das Wildgehege im Niendorfer Gehege
erweitert. Die Maßnahmen beginnen in den nächsten Wochen.

Das drei Hektar große, bekannte und bei vielen Waldbesuchern beliebte Damwildgehege, das im Jahr 1974 errichtet wurde, entspricht in seinem Strukturreichtum nahezu dem natürlichen Lebensraum des Damwildes. Im Gegensatz zur freien Wildbahn kann das weibliche Damwild während der Brunftzeit vor einem aufdringlichen Hirsch jedoch nicht ausweichen und sich zurückziehen. Diese Anforderung an einen Rückzugsort, der auch Abliegeplätze für neugeborene Kälber enthält, wird im Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft von 2014 jedoch gefordert. Die Revierförsterei plant daher folgende Maßnahmen: Im südwestlichen Bereich des Wildgeheges wird eine zusätzliche Waldfläche von 0,3 Hektar angebunden und dem Damwild als Rückzugsort während der Brunft und der Geburt der Jungtiere dienen.

Für die Hirschkühe und Jungtiere im Wildgehege gibt es künftig einen Rückzugsort Foto: kh

„Den Erweiterungsbereich grenzen wir mit einem Zaun und einem sogenannten Hochzeitsgang zum Wildgehege ab“, erklärt Revierförster Sven Wurster: „Dieser ausschließlich für die Damkühe passierbare Gang verhindert das Eintreten der Hirsche in den abgetrennten Bereich während der Brunft.“

Als Sichtschutz vor den Besuchern wird der Bereich mit einem 1,80 Meter hohen Erdwall eingefasst. „Ich freue mich besonders, dass die Försterei dafür den Aushub des nahe gelegenen, neuen Regenrückhaltebeckens Brookgraben verwenden darf“, betont der Förster: „Die Erweiterung des Damwildgeheges scheiterte bislang an der Finanzierung. Durch die Möglichkeit der kostenfreien Bodenanlieferung haben wir jetzt die einmalige Chance, diese endlich umzusetzen.“

Begrüßt wird die Maßnahme unter anderem auch vom Verein Pro Niendorfer Gehege. „Wir danken vor allem Sven Wurster, der mit viel Kreativität die Gunst der Stunde nutzt und den ortsnah verfügbaren Aushub einer sinnvollen und kostensparenden Verwendung zuführt“, äußert sich die Vorsitzende Susanne Egbers. Zur Anpassung an das Landschaftsbild wird der Erdwall anschließend mit heimischen Straucharten bepflanzt. Um gefahrloses Füttern auch während der Brunftzeit zu gewährleisten, soll darüber hinaus eine von außen bestückbare Futteranlage an die Erweiterung angebaut werden. kh

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