Bezirksamtsleiter Kay Gätgens Foto: B. Engel

Corona: Was
Eimsbüttel bewegt

Wie das BEZIRKSAMT reagiert und hilft

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Eimsbüttel Aufgrund der Kontaktsperre zum Schutz gegen das Coronavirus verläuft das öffentliche Leben nicht mehr in den gewohnten Bahnen. Redakteurin Natascha Gotta fragt Bezirksamtsleiter Kay Gätgens, wie der Bezirk auf die Krise reagiert und hilft.

Niendorfer Wochenblatt
Die Corona-Lage hat sich in kurzer Zeit zugespitzt. Wie meistert das Bezirksamt die Situation?
Kay Gätgens Im Bezirksamt mussten wir vorletzte Woche ziemlich plötzlich in den kompletten Krisenmodus schalten. Unser Job ist es, die Daseinsvorsorge der Menschen sicherzustellen, gleichzeitig die Ausbreitung des Virus einzudämmen und selbst arbeitsfähig zu bleiben. Und natürlich haben wir in unserem Gesundheitsamt eine zentrale Aufgabe in der Corona-Situation. Wir haben einen Krisenstab gebildet, der täglich tagt und die wichtigsten Themen steuert: Welche Auswirkungen haben die neuen Verfügungen, wie setzen wir sie um, wie viel zusätzliches Personal braucht unser Gesundheitsamt? Wir lernen aus der Lage.

NW Was bedeutet das für die Menschen im Bezirk?
Gätgens Das Bezirksamt ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Aber wir arbeiten natürlich in allen Fachämtern weiter, alle wichtigen Dienstleistungen halten wir aufrecht. Nur eben weitestgehend ohne persönlichen Kundenkontakt. Dazu haben wir die Erreichbarkeit per Telefon und E-Mail hochgefahren. In den Dienststellen mit viel Publikum regeln wir es so: Geöffnet ist unser Kundenzentrum am Grindelberg, allerdings nur für Notfälle mit Terminvereinbarung. Im Standesamt finden die schon terminierten Eheschließungen statt, aber nur mit den beiden Brautleuten. Was ich klasse finde: Die Menschen akzeptieren das zum allergrößten Teil und zeigen großes Verständnis für diese Ausnahmesituation. Die Brautpaare sind meist froh, dass sie überhaupt heiraten können, auch wenn die Feier erstmal ausfallen muss. Auch in schwierigen Zeiten brauchen wir schöne Momente.

NW Was tut der Bezirk gegen eine weitere Ausbreitung?
Gätgens Die Kollegen unseres Gesundheitsamtes stehen unter großem Druck und machen einen herausragenden Job, von früh bis spät, auch an den wichtigste Aufgabe ist Detektivarbeit: Sie müssen Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig machen und informieren, je nach Nähe und Dauer des Kontakts wird dann Wochenenden. Dazu haben wir die Personalstärke verdoppelt. Ihre entschieden, wer sofort in häusliche Quarantäne muss oder wem dies nur empfohlen wird.

NW Betriebe, Händler und Selbstständige sind in Not. Welche Hilfen gibt es?
Gätgens Auch uns erreichen täglich Anrufe von kleinen Unternehmen, Selbständigen, Händlern und Gastronomen, die Angst um ihre Existenz haben und jetzt dringend Hilfe brauchen. Der Rettungsschirm von Bund und Hamburg für Unternehmer ist ein wichtiges Signal. Die Stadt hat zudem Hotlines für alle Wirtschaftszweige eingerichtet.

NW Fast alle Geschäfte sind geschlossen. Doch nicht alles lässt sich selbst reparieren, z.B. Schäden am Rad.
Gätgens Fahrradgeschäfte sind geschlossen, Reparaturbetriebe für Fahrzeuge und  Fahrräder dürfen weiter öffnen. Das ist eine vernünftige Regelung, denn die Menschen nutzen ja z.B auf dem Weg zur Arbeit, wie ich selbst, das Rad und es muss sichergestellt sein, dass Mobilität funktioniert. Übrigens: Wir bauen auch weiter auf unseren Baustellen im Bezirk und setzen die Arbeit an den Velorouten fort.

NW Wie solidarisch ist Eimsbüttel in dieser Zeit?
Gätgens Mich macht es sehr stolz, dass unser Bezirk in Krisenzeiten ein sozialer, solidarischer Bezirk ist. Menschen helfen Menschen in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen, besonders Älteren und Kranken. Auch Unternehmen, Vereine und Initiativen unterstützen tatkräftig. Das kann eine Spende sein, eine Patenschaft, ein Einkaufsdienst oder ein Anruf beim Nachbarn, der alleine ist. ngo

Infos vom Bezirksamt: hamburg.de/eimsbuettel;
Engagement für andere: freiwillig.hamburg/corona-hilfe

 

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