Das Albertinen Haus in Schnelsen Foto: Andreas Riess

„Achten Sie auch
auf sich selbst“

BESUCHER-STOPP Was Angehörige jetzt tun können

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Schnelsen Einige Angehörige oder Freunde besuchen regelmäßig ihre Angehörigen – auch wenn diese in einem Pflegeheim wohnen: Reden, spielen, Kaffee trinken gehört für sie zum Programm. Nun dürfen sie nicht mehr kommen. Niendorfer Wochenblatt-Mitarbeiterin Corinna Chateaubourg hat Frank Blume, Leiter der Wohn-Pflegeeinrichtung im Albertinen Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie, interviewt.

Niendorfer Wochenblatt Eine schwere Zeit auch für
Angehörige Ihrer Bewohner im Albertinen Haus, oder?
Frank Blume Keine Frage, für uns gehören ihre Angehörigen zu unseren Bewohnerinnen und Bewohnern selbstverständlich dazu. Sie sind ein wichtiger Teil ihres Lebens und herzlich willkommen. Das wird im Albertinen Haus seit Langem so gelebt. Darum ist es uns auch sehr schwer gefallen, den Besucher-Stopp auszusprechen.

Frank Blume, Leiter der Wohn-Pflegeeinrichtung im Albertinen Haus
Foto: Bertram Solcher

NW Mittagessen, waschen, reden – einige Menschen kümmern sich regelmäßig um ihre Angehörigen in der Pflegeeinrichtung: Nun dürfen sie nicht mehr rein. Was sagen Sie ihnen?
Blume Körperpflege und Ernährung gehören als Teil der pflegerischen Versorgung zu den Aufgaben unserer Pflegekräfte. Es wird geklönt, zusammen gelacht und geweint – es gibt eine große Nähe. Aber Besuche von Familienmitgliedern und Freunden, von Menschen, die man vielleicht schon sein Leben lang kennt, das ist noch mal etwas ganz anderes. Damit sie miteinander in Kontakt bleiben können, haben wir den Bewohnerinnen und Bewohnern Telefone kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch zusätzliche Betreuungskräfte helfen, die fehlenden Besuche auszugleichen. Und für besondere Situationen haben wir natürlich Ausnahmen von der Regelung vorgesehen.

NW Was können Verwandte oder Freunde jetzt für
ihre Lieben im Pflegeheim tun?
Was raten Sie Besuchern?
Blume Alle Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich über Post – über Fotos, Karten, Selbstgestaltetes. Angehörige dürfen gern kreativ werden. Unser Anliegen ist, dass auch die Angehörigen auf sich achten. Denn so, wie es für sie wichtig ist zu wissen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner bei uns „in besten Händen“ sind, so ist es umgekehrt auch für die pflegebedürftigen Menschen ein gutes Gefühl, wenn sie sich um ihre Familien nicht sorgen müssen. Wir freuen uns alle auf den Tag, an dem wir uns gesund wieder begegnen dürfen! cc

Gemeinsam gegen Corona
Helfende Hände aus den Gesundheitsberufen gesucht! Auch das Albertinen Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie und das Albertinen Krankenhaus bereiten sich mit aller Kraft auf die zu erwartenden hohen Patientenzahlen und den erhöhten Betreuungsbedarf im Wohn-Pflegebereich vor. Gebraucht werden Menschen mit medizinischem oder pflegerischem Hintergrund, die die Schnelsener Einrichtungen aktiv und engagiert bei der Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen möchten.

Weitere Informationen auf www.albertinen.de

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