„Uns steht eine
herausfordernde Zeit bevor“

UMFRAGE So gehen lokale Akteure mit
den aktuellen Einschränkungen um

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Die Shoppingtour, der Konzert- und Kirchenbesuch sowie
die Teilnahme an Sportkursen sind in der kommenden
Zeit auch in Niendorf, Schnelsen und Lokstedt nicht möglich.

Das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben ist aufgrund der angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus weitestgehend, teilweise sogar komplett lahmgelegt. Fakt ist: Betroffen ist jeder – der eine mehr, der andere etwas weniger. Wochenblatt-Mitarbeiterin Katrin Hainke hat bei den lokalen Akteuren in unseren Stadtteilen nachgefragt, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen, vor welchen großen Herausforderungen sie stehen und welche möglichen Alternativlösungen es gibt.

Nina Häder, Quartiersmanagerin BID Tibarg II &
Arbeitsgemeinschaft Tibarg (AGT):

Momentan herrscht große Verunsicherung. Viele Geschäftsinhaber am Tibarg, vor allem auch die kleineren Läden, haben Existenzängste. Die nächste Zeit wird wirtschaftlich für viele außerordentlich schwierig. Ob am Ende alle wieder in der Lage sein werden, ihre Geschäfte zu öffnen, ist heute noch nicht abzusehen. Uns allen stehen herausfordernde Wochen und Monate bevor. Einzelhändler sowie Gastronomen suchen jetzt neue Wege, um trotz Corona-Krise weiterhin Kunden zu bedienen, etwa durch Onlineverkauf oder Lieferdienste. Unterstützen Sie diese.

Sven Wurster, Revierförster im Niendorfer Gehege:
Bis auf unsere Absage des Wildfleischverkaufs vor Ostern und der Sperrung des Waldspielplatzes können wir im Wald normal weiterarbeiten. Aktuell sind wir bei der Waldpflege und bei anstehenden Frühjahrsreparaturen, wie der Reparatur unserer Bänke. Erfreulich ist, dass wir Dank des Erhaltungsmanagements der Finanzbehörde in den nächsten Monaten weitere Abschnitte unserer Waldwege instand setzen können.

Martina Polle, Geschäftsführerin Freizeitzentrum Schnelsen:
Für mich, wie für alle anderen, ist die Situation sehr ungewöhnlich. Ich liebe meinen Job und die damit verbundenen Kontakte. Ich frage mich, was Corona mit unserem kulturellen Leben macht. Und wie wird es für uns kleinere Kulturschaffende finanziell weitergehen? Wie lange können wir uns über Wasser halten? Unsicherheit auf der ganzen Linie! Aber ich bin ein positiv denkender Mensch, und ich vertraue darauf, dass wir alle gemeinsam diese Situation meistern.

Mechthild Führbaum, Vorsitzende Bürgerhaus Lokstedt:
Für uns als kulturelle Institution ist die komplette Schließung des Bürgerhauses und die Absage aller Veranstaltungen sehr hart. Es gibt aber mit Sicherheit viele Menschen, Gewerbetreibende und Institutionen, für die die momentane Situation weitaus schwieriger ist. Ich habe volles Vertrauen, dass uns von den Behörden geholfen wird und wir eine finanzielle Entschädigung erhalten, um nach der Krise weitermachen zu können.

Reno Malzahn, Vorsitzender Berenberg-Gossler-Haus:
Ich bedanke mich, auch im Namen aller anderen Vorstandsmitglieder herzlich für
das große Verständnis, das uns von vielen Seiten für die einschneidenden Maßnahmen, zu denen wir uns im Berenberg-Gossler-Haus, Bürgerhaus für Niendorf entschließen mussten, entgegengebracht wird. Der Kulturbetrieb ließ sich nicht weiter aufrecht erhalten. Wir bekommen immer wieder zu hören: „Es nützt nichts, die Gesundheit geht vor!“

Nils Kahn, Vorsitzender Niendorfer Turn- und Sportverein (NTSV):
Was die momentane Coronavirus-Situation und die damit verbundenen herben Einschränkungen für unser Vereinsleben bedeuten, können wir aktuell noch nicht absehen. Dennoch empfinde ich die Maßnahmen als richtig und appelliere an alle, möglichst zuhause zu bleiben. Lieber eine Maßnahme zu viel als eine zu wenig. Ich wünsche allen Mitgliedern, die momentan keinen Sport treiben können, dass sie fit und gesund bleiben.

Marc Schemmel, Bürgerschaftsabgeordneter und
Vorsitzender SPD Niendorf:

Die Situation ist für unsere Gesellschaft, das Gesundheitssystem und die Wirtschaft eine enorme Herausforderung. Ich hoffe, dass wir alle solidarisch und verantwortungsvoll damit umgehen und die Vorgaben der Behörden befolgen. Gerade hier vor Ort haben wir schon häufig gezeigt, dass wir schwierige Situationen mit gegenseitiger Unterstützung meistern können. Unsere Unterstützung brauchen jetzt vor allem diejenigen, die in vielen wichtigen Bereichen großartige Arbeit leisten und die Menschen, Unternehmen und Geschäfte, für die die nächste Zeit wirtschaftlich schwierig wird.

Anne Thaker, Vereinsgründerin „Herzliches Lokstedt“:
Wir halten natürlich weiter Kontakt zu unseren Engagierten und Teilnehmern, auch wenn wir alle Angebote erst einmal ausgesetzt haben. Aktuell kümmere ich mich vor allem darum, eine kontaktlose Unterstützung beim Lernen der Schulkinder in der Lokstedter Flüchtlingsunterkunft aufzubauen, zum Beispiel die Wochenpläne auszudrucken und vorbeizubringen und den Kontakt zu den Lehrern herzustellen. Außerdem arbeiten wir verstärkt an weiteren Lösungen, zum Beispiel an Fern-Lern-Patenschaften.

Elke Bremer, Leitung Sozialraumprojekt ProNieNo:
Zwar ist die direkte Gremienarbeit eingestellt, wir sind aber per E-Mail oder telefonisch im Austausch. Eine persönliche Sprechstunde bietet ProNieNo nicht an, dafür aber weiterhin eine telefonische Beratung für die Familien. Um diesen Service aufrechtzuerhalten, reduzieren wir, soweit möglich, alle direkten sozialen Kontakte. Wichtig ist es, sich solidarisch und hilfsbereit gegenüber seinen Mitmenschen zu verhalten und gut informiert zu sein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Stadtteil auch diese Herausforderung bewältigt.

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