Das Hamburger Rathaus Foto: Natascha Gotta

Tschentscher bleibt Bürgermeister

Grüne verdoppeln Wahlergebnis. FDP fliegt raus

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Hamburg wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den
kommenden fünf Jahren von einem rot-grünen Senat regiert.
Die CDU fährt ein historisch schlechtes Wahlergebnis ein,
die AfD bleibt in der Bürgerschaft und die FDP scheitert an der
Fünf-Prozent-Hürde.

Am vergangenen Sonntag haben sich die Wähler in Hamburg rein rechnerisch für eine Fortsetzung von Rot-Grün ausgesprochen. Die SPD bleibt mit 39,2 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Trotz eines Verlusts von 6,4 Prozent im Vergleich zur Wahl von 2015 setzen sich die Hamburger Sozialdemokraten klar von den schlechten Werten der Bundes-SPD ab. Über ein historisch gutes Ergebnis können sich die Grünen unter der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank freuen. Mit 24,2 Prozent verdoppeln die Grünen ihr Ergebnis von 2015 (12,3 Prozent) – das bundesweit zweitbeste Ergebnis auf Landesebene.

Die CDU muss hingegen ein historisch schlechtes Wahlergebnis hinnehmen. Mit nur 11,2 Prozent (2015: 15,9) ist sie nur noch dritte Kraft in der Bürgerschaft – bundesweit ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis seit 70 Jahren. Besonders bitter: Spitzenkandidat Marcus Weinberg verpasst den Einzug ins Landesparlament, weil alle 15 Mandate der CDU über Wahlkreismandate vergeben werden. Der Bundestagsabgeordnete Weinberg hatte aber nur auf der Landesliste kandidiert, das gilt auch für den CDU-Landesvorsitzenden Roland Heintze.

Laut Bürgermeister Peter Tschentscher sei für die SPD die erste Option eine rot-grüne Koalition, doch auch mit der CDU soll es Sondierungsgespräche geben. Die Linke kann sich leicht verbessern und kommt auf 9,1 Prozent (8,5).

Rausgeflogen sind die Liberalen. Schien es am Wahlsonntag noch, als würde die FDP die Fünf-Prozent-Hürde meistern, ergab eine Nachzählung am Montag nur noch 4,9 Prozent (7,4) der Stimmen. Nur Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels kann per Direktmandat als einzige Liberale ins Landesparlament einziehen. Als fünfte Fraktion sitzt die AfD mit 5,3 Prozent (6,1) der Stimmen in der Bürgerschaft. Damit verteilen sich die 123 Sitze in der Bürgerschaft wie folgt: SPD erhält 54 Sitze, Grüne 33, CDU 15, Linke 13, AfD 7 und FDP 1 Sitz.

In ganz Hamburg ist die Wahlbeteiligung auf 63,3 Prozent (2015: 56,6) gestiegen. Im Wahlkreis 7 liegt die Wahlbeteiligung sogar bei 68 Prozent.

Wahlkreis 7
Folgende Politiker aus dem Wahlkreis 7 werden künftig für Lokstedt-Niendorf-Schnelsen in der Bürgerschaft sitzen: Marc Schemmel (SPD, 52.801 Personenstimmen) aus Niendorf, Sabine Jansen (SPD, 21.148) aus Schnelsen, Lisa Kern (Grüne, 34.976) aus Lokstedt sowie Silke Seif (CDU, 17.783) aus Schnelsen. Über die Landesliste ziehen der SPD-Kreisvorsitzende Milan Pein aus Lokstedt und Dominik Lorenzen (Grüne) aus Niendorf ein. ngo

Hamburgische Bürgerschaftswahl 2020

Die Verteilung der Stimmen aus der Wahlkreisliste der Bürgerschaftswahl 2020 (in Klammern die Ergebnisse von 2015). Alle Infos und Zahlen zur 22. Hamburgischen Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 unter Kurz-URL bit.ly/2VqFME9.

Lokstedt Niendorf Schnelsen
SPD 34,1 (41,2) 45,5 (48,8) 43,9 (48,1)
Grüne 33,9 (19,2) 23,6 (12,8) 21,4 (11,7)
CDU 11,9 (18,4) 13,3 (18,6) 16,3 (20,3)
Linke 11,0 (9,6) 6,7 (6,2) 7,5 (6,5)
AfD 3,7 (5,1) 5,6 (6,9) 6,1 (6,6)
FDP 5,4 (6,5) 5,1 (6,6) 4,9 (6,8)

Vorläufiges amtliches Endergebnis. Alle Angaben in Prozent; Quelle: Statistikamt Nord (Auf Grund von Rundungsdifferenzen ist es möglich, dass in der Summierung nicht genau 100% erreicht werden.)

Das endgültige amtliche Endergebnis soll am 11. März verkündet werden

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