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Wofür stehen die Politiker?

Politiker im Wahlkreis 7 beziehen Stellung
zu aktuellen Hamburger Themen
und skizzieren ihre politische Agenda

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Neubauwohnungen statt grüner Flächen? Werden die HVV-Karten günstiger?
Diese und andere Fragen bewegen die Menschen vor der
Bürgerschaftswahl. Wochenblatt-Redakteurin Natascha Gotta hat die
sechs Spitzenkandidaten aus dem Wahlkreis Lokstedt-Niendorf-
Schnelsen befragt. Teil 2 der Serie „Kandidaten: Kurz und Kompakt“

Silke Seif (CDU), Geschäftsführerin Foto: CDU Eimsbüttel

Benjamin Felix Schwanke (FDP), Jurist Foto: FDP Eimsbüttel

Verkehr/Mobilität/ÖPNV

Silke Seif (CDU):
Die Vernetzung aller Verkehrssysteme ist extrem wichtig, weil es nicht mehr den Rad-, Bahn- oder Autofahrer gibt. Daher ist es wichtig, ein zeitgemäßes Angebot zu schaffen, um allen Menschen die Chance zu geben, mobil zu bleiben. Dass viele Geh- und Radwege in einem schlechten Zustand sind, ärgert mich sehr. Daher werde ich mich für zusätzliche Mittel für erforderliche Sanierungen einsetzen. Außerdem werde ich mich für ein 365-Euro-Ticket für Schüler, Studenten und Rentner starkmachen, da es ein guter Anreiz zur Nutzung der Busse und Bahnen wäre.

Benjamin Schwanke (FDP):
Für jede Fortbewegungsform gibt es gute Argumente. Daher sollte kein Verkehrsmittel einseitig zulasten eines anderen Verkehrsmittels bevorteilt werden. So ist der Bau von Fahrradstraßen sinnvoll, aber es ist nicht akzeptabel, wenn dies zulasten des Fußgänger- und Autoverkehrs geht, wie es etwa bei der derzeitigen Planung der Paul-Sorge-Straße und des König-Heinrich-Wegs der Fall ist. Fuß-, Radwege und Straßen müssen ebenso instandgehalten und ausgebaut werden wie der ÖPNV.

Wohnen/Nachverdichten

Seif: Um auch morgen noch bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist es notwendig, sinnvoll zu verdichten und neuen Wohnraum zu schaffen. Dabei soll Qualität vor Quantität gehen, damit sich alle Menschen weiterhin in ihrem Viertel wohlfühlen. Unsere Stadtteile stehen aber auch für Einzel- und Reihenhäuser – das muss auch so bleiben, damit etwa im hinteren Bereich großer Grundstücke Kinder- oder Enkelkinder bauen können. Zudem müssen mehr Angebote für Ältere, Studenten oder behinderte Menschen geschaffen werden. Die Bedürfnisse vor 20 Jahren waren andere als in der heutigen Zeit.

Schwanke: Nachverdichtungen und der Neubau von Wohnungen dürfen in sehr dicht besiedelten Gebieten nur zurückhaltend erfolgen, damit die vorhandene Lebensqualität erhalten bleibt. Hierfür ist es insbesondere auch erforderlich, dass die soziale Infrastruktur, wie Kitas, Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen, mit geplant und gebaut wird. Zusätzlicher Wohnraum kann schließlich auch durch neue Wohnformen, wie etwa Mehrgenerationenhäuser, geschaffen werden.

Klima/Stadtteilgrün

Seif: Mit dem Niendorfer Gehege mitten in unserem Wahlkreis haben wir ein Geschenk, das es zu erhalten und pflegen gilt. Grüne Bereiche sind nicht nur wichtig für das Klima, sondern erhöhen auch den Freizeitwert. Zu Recht wohnen die Menschen auch wegen des hohen Grünanteils in unseren wunderbaren Stadtteilen. Das führt jedoch auch dazu, dass höher gebaut werden muss, um nicht die letzten Wiesen zu versiegeln.

Schwanke: Effektive Maßnahmen für den Klimaschutz können nur auf europäischer oder internationaler Ebene ergriffen werden. Der Erhalt und Ausbau der Grünflächen in der Stadt kann dazu nur einen kleinen Beitrag leisten und ist eher unter dem Aspekt, die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten und zu verbessern, zu betrachten. Große Grünflächen, wie das Niendorfer Gehege, müssen bestehen bleiben. Daneben sind weitere Grünbereiche zu schaffen, beispielsweise durch die Begrünung von
Dächern.

Persönliche Schwerpunkte

Seif: Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist mir ein großes Anliegen. Daher setze ich mich bereits lange für gute Schulen und Kitas ein und engagiere mich ehrenamtlich in Schnelsen, Niendorf und Lokstedt. Den Neubau dringend benötigter Schulen in Lokstedt und Schnelsen will ich vorantreiben. Nur wenn Menschen jeden Alters wieder mehr miteinander (er-)leben, fühlen sie sich wohl. Das treibt mich an!

Schwanke: Mir ist persönlich die Bildungspolitik besonders wichtig, da Bildung die Grundlage für eine positive Zukunftsentwicklung ist. Hierfür ist es notwendig, dass die Bildungseinrichtungen weitgehend eigenständig agieren können, damit ein jeder nach seinen Fähigkeiten bestmöglich gefördert werden kann. Vor allem Studiengänge müssen modularer gestaltet werden, damit schnell ein erster berufsqualifizierender Abschluss erreicht wird, von dem aus jederzeit eine bedarfsgerechte Spezifizierung möglich ist.

 In der kommenden Ausgabe lesen
Sie die Standpunkte der Spitzenkandidaten
von SPD und Grüne

 

 

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