Sorgen um das Klima machen sich alle Parteien Foto: Gettyimages

Wofür stehen die Politiker?

Politiker im Wahlkreis 7 beziehen Stellung zu aktuellen Hamburger Themen und skizzieren ihre politische Agenda

Archiv| Views: 375

Fällt das Grün dem Wohnungsbau zum Opfer? Wird Bus- und
Bahnfahren günstiger? Diese und andere Fragen bewegen die
Menschen vor der Bürgerschaftswahl in der Stadt. Wochenblatt-
Redakteurin Natascha Gotta hat die sechs Spitzenkandidaten
aus dem Wahlkreis Lokstedt-Niendorf-Schnelsen befragt.
Teil 1 der Serie „Kandidaten: Kurz und Kompakt“

Verkehr/Mobilität/ÖPNV

Holger Griebner
(Die Linke):
Hamburg braucht dringend einen kostenfreien öffentlichen Nahverkehr. Eine Stadtbahn muss her. Ich möchte die Straßenbahnlinie 2 zurückhaben, die uns der Senat geklaut hat. Rad- und Fußwege-Ausbau-Tempo muss kräftig erhöht werden. Nicht nur für die Enkelkinder: Verkehrswende statt Weltende.

Christian Pohl
(AfD):
Die Anti-Auto-Politik muss ein Ende haben! Keine Verbote und Gängelungen werden Autofahrer dazu bewegen, auf das Auto zu verzichten. Nur der Ausbau des ÖPNV-Netzes kann das. Viele würden lieber mit dem HVV fahren, dieser ist aber nicht attraktiv genug: Zu hohe Preise, fehlende Beförderungskapazitäten, kein Ringnetz. Das Geld, das im Kampf gegen das Auto verschwendet wird, wäre im Ausbau des ÖPNV-Netzes besser investiert.

Wohnen/Nachverdichten

Griebner:
Wohnen muss bezahlbar sein. Deshalb muss Hamburg sehr viel mehr an gefördertem Wohnraum schaffen, selbst Bauflächen ankaufen und nicht an Investoren verschleudern. Spekulanten und Miethaie gehören enteignet. Ein Mietendeckel muss her.

Pohl:
Die Mieten sind in Hamburg kaum noch zu bezahlen. Oftmals zahlt man die Hälfte seines Einkommens nur für die Miete. Die vielen Bauvorschriften verteuern die Mieten um ein Vielfaches und hemmen den Neubau. Hinzu kommt, dass das Einkommen in Deutschland in den letzten Jahren stagniert und die vom Staat abverlangte Abgabenlast gestiegen ist. Die Bürger müssen entlastet und die Bauvorschriften gelockert werden.

Klima/Stadtteilgrün

Griebner:
Dem Temperaturanstieg durch Klimawandel müssen wir mit Erhalt und Ausbau von Grünflächen begegnen. Eine wichtige Eimsbütteler grüne Lunge wurde vom Senat an den DAX-Konzern Beiersdorf verschleudert. Wir unterstützen die Bürgerinitiative ‚Stoppt den Grün-frass‘. Schrebergärten müssen geschützt werden.

Pohl:
Rot-Grün muss gestoppt werden! Naturschutzgebiete wurden bebaut, tausende Bäume nicht nachgepflanzt, Stadtgrün zubetoniert, alles im Namen der Nachverdichtung. Und im Kampf gegen den Klimawandel haben steigende Strom- und Heizkosten gerade Geringverdiener hart getroffen. Bei der CO2-Steuer wird es nicht anders sein. Hier wird kein Klima bekämpft, sondern die eigene Bevölkerung! Deutschland allein wird den Klimawandel nicht verhindern können. Es gilt uns auf die Klimaveränderungen einzustellen und Vorbereitungen zu treffen: In dieser Frage kann uns nur technologischer Fortschritt voranbringen.

Persönliche Schwerpunkte

Griebner:
Ob im Wahlkreis, in Hamburg oder bundesweit gilt: Frieden ist nicht alles – aber ohne Frieden ist alles nichts. Und selbst für uns hier ist dieser Frieden stark gefährdet. 40000 Soldaten und Unmengen Kriegsgerät aus USA und 16 weiteren Ländern  werden dieser Tage durch Deutschland und auch Hamburg an die ,Ostfront‘ gebracht. 75 Jahre nach der Befreiung Europas vom Faschismus vor allem durch die Rote Armee marschieren wieder deutsche Soldaten an der russischen Grenze auf. Dieses ,Defender 2020‘–Manöver birgt die Gefahr einer möglichen direkten Konfrontation zwischen Militär von NATO und Russland in sich. Es ist ein riesiger Umweltvernichter während die Jugend ihre Zukunft einfordert. Während gewaltige Mittel erforderlich sind, um die aktuellen Menschheitsprobleme zu lösen, füllen auch wir Hamburger mit unseren Steuern den 50-Milliarden-Euro–,Verteidigungsetat‘.

Pohl:
Extremismus bekämpfen! Gerade Hamburg hat ein Linksextremismusproblem, wie man spätestens am G20 Gipfel feststellen musste. Das Zentrum dieser Proteste, die rote Flora, ist unverzüglich zu räumen. Kein Zurückweichen vor Extremisten, ganz gleich welcher Seite sie angehören. Gewalt darf nie ein Mittel politischer Auseinandersetzung sein! Des Weiteren braucht unsere Bildung dringend Reformen! Es braucht an die Zeit angepasste Lehrpläne, sowie Leistungs- und Interessen-orientiertes Lernen und Fördern an Schulen, um unsere Bildung wieder auf Kurs zu bringen!

Holger Griebner (Die Linke), Sozialarbeiter Foto: privat

Christian Marius Pohl (AfD), Student Foto: privat

 In der kommenden
Ausgabe lesen Sie die
Standpunkte der Spitzen-
kandidaten von CDU und FDP

Comments are closed.