Freut sich über die Unterstützung: Michael Hansel vom Fahrradgeschäft „Plattfuss“

„Der Schock kam
vor Weihnachten“

Paul-Sorge-Straße Mieter müssen raus

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Der kleine dunkelrote Gewerbe- und Wohnkomplex an der Paul-
Sorge-Straße, Ecke An der Lohe in zentraler Niendorfer Lage soll
abgerissen werden. Die Mieter, vornehmlich Gewerbetreibende,
müssen ihre Räumlichkeiten nun verlassen.

Der Schock sei groß gewesen, als kurz vor Weihnachten völlig unerwartet das Mietverhältnis mit einer Frist von drei Monaten gekündigt wurde, erzählt Michael Hansel vom Fahrradgeschäft „Plattfuss“: „Unsere Vermieterin verkauft das Haus, das nun vom neuen Eigentümer abgerissen wird, um einem Neubau mit Wohneinheiten ohne Gewerbeflächen Platz zu machen.“ Auf Wochenblatt-Nachfrage äußerte sich die bisherige Eigentümerin (möchte namentlich nicht genannt werden): „Das Grundstück wurde im vergangenen Jahr verkauft. Die Gewerbemietverträge wurden ordnungsgemäß und fristgerecht mit dem gesetzlich vorgesehenen Vorlauf gekündigt.“ Die genauen Pläne des neuen Eigentümers seien ihr nicht bekannt.

Neben seinem Laden sind auch private Mieter sowie weitere Gewerbetreibende, unter anderem der Tierarzt Dr. André Dörr, der hier bereits seit 20 Jahren praktiziert, sowie das portugiesische Restaurant A Vilamoura betroffen. „Ich habe die Räumlichkeiten erst vor gut einem Jahr angemietet und sehr viel Geld und eine Menge Herzblut in den Umbau investiert“, sagt Restaurantinhaber Costa Correia. „Der finanzielle Verlust ist groß. Außerdem werde ich in ähnlicher Lage so schnell nichts finden.“ Ähnlich geht es den anderen Mietern, die sich eine vorherige Kommunikation sowie vor allem mehr Zeit für die Suche gewünscht hätten.

Die Frist sei zwar bis zum 30. Juni verlängert worden, dies reiche nach Meinung von Michael Hansel aber nicht aus, um eine adäquate Alternative in der Nähe zu finden. Gerührt ist er von der großen Anteilnahme der Niendorfer. Auch der Vorsitzende der SPD Niendorf und Bürgerschaftsabgeordnete Marc Schemmel war vor Ort und hat die Bezirksverwaltung über die Sorgen der Mieter informiert und nach Einschätzungen gefragt: „Ich hoffe, dass es im Dialog mit den Betroffenen noch Möglichkeiten gibt, gute Lösungen für alle zu finden.“ kh

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