Beschäftigte sich erfolgreich mit dem Thema „Hitzefrei durch Kaugummi“: Der 14-jährige Lion Kunth
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Hitzefrei durch Kaugummi

Niendorfer Schüler experimentierte erfolgreich

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Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass sich beim Kaugummi kauen die Wärmeabstrahlung erhöht, brachte dem 14-jährigen Niendorfer Stadtteilschüler Lion Kunth den Sieg beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“. Mitte Dezember wurde er für seine Leistung im Hamburger Rathaus geehrt.

„Die Idee ist am Esstisch mit meiner Mutter entstanden“, erzählt Lion Kunth: „Sie kaute Kaugummi und ich überlegte, ob man dabei einen Wärmeanstieg mit einer Kamera erfassen kann.“ Erste Probeaufnahmen mit einer Wärmebildkamera bestätigten seine Vermutung: Die Körpertemperatur stieg minimal an. Aber da ein Proband bekanntlich keine Regel bestätigt, musste seine These mit weiteren Versuchspersonen exemplarisch belegt werden. „Ich habe Freunde, Nachbarn und Verwandte zu mir nach Hause eingeladen, um identische Rahmenbedingungen zu schaffen“, so Lion weiter. Eine spannende Sache: Die Versuchspersonen mussten zunächst mit einer Taktrate von 70 Kaubewegungen pro Minute „leer kauen“, pausieren, drei Minuten Kaugummi kauen, pausieren und abschließend nochmal drei Minuten Mandeln kauen. Jede einzelne Phase nahm der Schüler mit einer geliehenen professionellen Wärmebildkamera auf. Sein Ergebnis: Abhängig vom Alter und Geschlecht erhöhte sich die Körpertemperatur um etwa 0,5 bis 2 Grad Celsius.

Sehr arbeitsintensiv sei dann die schriftliche Auswertung und Protokollierung mit einer umfangreichen Power Point-Präsentation gewesen, schmunzelt der 14-Jährige. Ein Riesenaufwand, der sich aber gelohnt hat. Für den Projektkurs seiner Schule, die Stadtteilschule Niendorf, trat er Anfang 2019 als einziger Teilnehmer seiner Schule beim Jugend forscht-Juniorenwettbewerb „Schüler experimentieren“ an. Im Regionalwettbewerb landete er im Bereich Physik auf dem ersten Platz, im Landeswettbewerb auf dem zweiten.

Mit Lions Projekt „Hitzefrei durch Kaugummi“ war die Stadtteilschule Niendorf in diesem Jahr erstmals bei „Jugend forscht“ dabei und erhielt für das besondere Engagement zur Förderung mathematisch, naturwissenschaftlich und technisch interessierter Schüler sogar den „Schulpreis für Neueinsteiger 2019“. Schulleiterin Andrea Kühne ist begeistert: „Ich hoffe, dass unsere Schüler viele weitere spannende Fragestellungen in dieser Form entdecken und umsetzen werden.“ (kh)

Jugend forscht
„Jugend forscht“ ist ein bekannter bundesweiter Wettbewerb, um junge Nachwuchstalente in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu entdecken und zu fördern. Mit eigenen Projekten und Experimenten treten die Schüler in Wettbewerben an – vom Regional- über den Landes- bis hin zum Bundeswettbewerb. Die Juniorensparte von Jugend forscht heißt „Schüler experimentieren“ und richtet sich an Jungforscher, die nicht älter als 14 Jahre alt sind.

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