Katja Husen scheiterte erneut auch an ihren Parteikollegen. Kay Gätgens bleibt Bezirksamtsleiter.
Fotos: kh

Gätgens bleibt Bezirksamtsleiter

Katja Husen scheitert endgültig. Eine Stimme fehlte

Archiv| Views: 238

Eine herbe Niederlage für die neue grün-schwarze Koalition in Eimsbüttel: Auch im zweiten Anlauf scheiterte der gemeinsame Antrag, die Grüne Katja Husen als neue Bezirks-amtsleiterin zu wählen und damit Kay Gätgens (SPD) vorzeitig abzulösen. Wie bereits beim ersten Misstrauensantrag im November fehlte Husen erneut eine Stimme. Gätgens bleibt damit im Amt.

Der Ausgang hätte knapper nicht sein können: Insgesamt 25 Abgeordnete statt der notwendigen 26 stimmten für Husen, 20 gegen sie. Damit wählten erneut drei Mitglieder aus den Reihen der Fraktionen Grüne und CDU nicht die eigene Kandidatin. Da drei Abgeordnete der Opposition fehlten, wurden 48 Wahlzettel abgegeben, darunter ein ungültiger sowie zwei Enthaltungen.

Eröffnet wurde die Bezirksversammlung direkt mit einem Paukenschlag: Die SPD- und FDP-Fraktion wollten die Wahl noch kurzfristig verhindern und beantragten, eine öffentliche Anhörung durchzuführen – diese hätte die Wahl um Monate aufgeschoben. „Wir hätten es diesem wichtigen Amt für angemessen gehalten, dass sich die Kandidatin vor der Wahl den Abgeordneten sowie den Bürgern vorstellt“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Gabor Gottlieb. Als „Strategie und Vorwand, um kurz vor Toresschluss einen demokratischen Entschluss aufzuhalten“, bezeichnete Ali Mir Agha für die Grünen-Fraktion dagegen das Vorgehen. In einer öffentlichen Abstimmung konnte sich die grün-schwarze Mehrheit damit durchsetzen, so dass die Wahl wie geplant stattfand.

Nach Verkündung des Wahlergebnisses zeigte sich der amtierende Bezirksamtsleiter sichtlich gerührt: „Ich freue mich und hoffe, dass wir nun wieder zu einer guten Zusammenarbeit kommen. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten und gehe davon aus, dass es die Fraktionen auch tun werden.“ Als großen Vertrauensbeweis bezeichnete Gabor Gottlieb das Ergebnis: „Kay Gätgens ist und bleibt ein hervorragender Bezirks-amtsleiter, der auch über die Parteigrenzen hinaus geschätzt wird.“ Dagegen musste die erst Ende September besiegelte neue grün-schwarze Koalition erneut einen Rückschlag einstecken. Bereits im November scheiterte ihr Versuch, Husen ins Amt zu bringen.

„Wir bedauern dies sehr und danken Katja Husen, dass sie sich ein zweites Mal bereit erklärt hat“, äußerte sich Mir Agha: „Ohne eine den Mehrheitsverhältnissen der Bezirksversammlung entsprechende Bezirksamtsleitung wird das Erreichen unserer Ziele nicht einfacher, aber nicht unmöglich.“ Ähnlich sieht das der Koalitionspartner CDU: „Das Wahlergebnis ändert nichts daran, dass das Koalitionsprogramm ausgezeichnete Ideen und Projekte enthält und die Sacharbeit mit den Grünen ausgezeichnet funktioniert“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Kuhn. Katja Husen selbst, die die Bezirksversammlung aus den Zuschauerreihen verfolgte, äußerte sich im Anschluss via Twitter: „Schade, dass ich nicht zeigen darf, dass ich es wert bin. Mein Weg geht dann ab morgen wieder volle Kraft am UKE weiter.“ (kh)

Comments are closed.